• Südkoreanische Geiseln sollen freikommen Zugeständnis an Taliban: Seoul zieht Soldaten ab

Politik : Südkoreanische Geiseln sollen freikommen Zugeständnis an Taliban: Seoul zieht Soldaten ab

Christine Möllhoff

Seoul/Kabul - Nach über einem Monat scheint das Drama um die südkoreanischen Geiseln in Afghanistan vor einem unblutigen Ende zu stehen. Die radikalislamischen Taliban wollten die noch in ihrer Gewalt befindlichen 19 Geiseln freilassen. Dies teilte das südkoreanische Präsidialamt am Dienstag in Seoul mit. Südkorea werde im Gegenzug seine 200 Soldaten bis Jahresende aus Afghanistan abziehen und Missionstätigkeiten südkoreanischer Christen am Hindukusch stoppen. Seoul hatte allerdings bereits zuvor den Abzug seiner Truppen beschlossen.

Auch die Taliban bestätigten laut Agenturberichten, dass eine Einigung erreicht wurde. Sie äußerten sich zunächst aber nicht zu einem konkreten Termin der Freilassung. Da die Geiseln in kleineren Gruppen festgehalten würden, könne die Freilassung einige Tage dauern, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf einen Talibansprecher. Es werde aber wohl nicht mehr als einen Monat dauern. Die Rebellen hatten am 19. Juli insgesamt 23 Helfer einer christlichen Hilfsorganisation aus Südkorea gekidnappt, die mit einem Bus in der Provinz Ghasni unterwegs waren. Zwei Geiseln – einen Pastor sowie einen jungen IT-Experten – hatten sie getötet, zwei kranke Frauen hatten sie gehen lassen. Die Entführer hatten von der afghanischen Regierung die Freilassung inhaftierter Gesinnungsgenossen gefordert.

Weiter offen ist das Schicksal des entführten Deutschen Rudolf B., der zusammen mit einem Kollegen am 18. Juli – einen Tag vor den Südkoreanern – in der Provinz Wardak verschleppt wurde. Die Entführer des 62-Jährigen fordern den Abzug der Bundeswehrsoldaten aus Afghanistan. Die Bundesregierung lehnt dies ab. Christine Möllhoff

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