Politik : Südkoreas Präsident entmachtet

Opposition setzt im Parlament Amtsenthebungsverfahren durch

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Seoul (dpa). Nur wenige Wochen vor der Parlamentswahl in Südkorea hat die Nationalversammlung in Seoul Staatspräsident Roh Moo Hyun (57) vorläufig entmachtet. Die Opposition setzte am Freitag in einer turbulenten Parlamentssitzung mit der nötigen Zweidrittelmehrheit ihren in der Geschichte Südkoreas bisher einmaligen Antrag auf ein Amtsenthebungsverfahren gegen Roh durch. Ministerpräsident Goh Kun übernimmt dessen Amtsgeschäfte kommissarisch. In einer ersten Reaktion äußerte Roh die Hoffnung, dass das Verfassungsgericht die erforderliche Zustimmung zum Parlamentsbeschluss verweigert. 193 von 273 Abgeordneten stimmten für die Vorlage der beiden größten Oppositionsparteien, der Großen Nationalpartei (GNP) und der Demokratischen Millenniumspartei (MDP). Die regierungsnahe UriPartei, eine frühere Splittergruppe der MDP, boykottierte die Abstimmung. Im Parlament kam es vor und nach der Abstimmung zu dramatischen Szenen. Vertreter der Uri-Partei brachen nach der Abstimmung in Tränen aus. Anlass für den Oppositionsantrag waren öffentliche Bemerkungen Rohs, mit denen er mit Blick auf die Wahlen am 15. April für die Uri-Partei geworben hatte.

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