Südlibanon : Israel dringt in Bint Dschbeil ein

Israelische Truppen sind nach UN-Angaben in die Hisbollah-Hochburg Bint Dschbeil eingedrungen. Die Armee sei in dem Ort an der Grenze zwischen Israel und dem Libanon, sagte ein Sprecher der UN-Beobachtungsmission (UNIFIL).

Tyrus/Moskau - In dem Dorf und seiner Umgebung gebe es vereinzelte Gefechte. Die Zivilbevölkerung sei im Kreuzfeuer gefangen. Es sei schwierig zu urteilen, ob die israelische Armee Bint Dschbeil eingenommen habe, sagte der Sprecher weiter.

Der Ort liegt nur wenige Kilometer von der Grenze entfernt in der Nähe von Marun al Ras, einem strategischen Hügeldorf, das die Armee am Samstag eingenommen hatte. Israelische Truppen hatten sich entlang der Straße zwischen Marun el Ras und Bint Dschbeil Gefechte mit Hisbollah-Milizionären geliefert, bevor sie zwei strategisch wichtige Hügel erreichten und in das Dorf vordrangen. Zuvor waren laut der libanesischen Polizei Fallschirmjäger in der Nähe von Bint Dschbeil eingesetzt worden, während Artillerie und Luftwaffe Häuser am Ortsrand unter Beschuss nahmen. General Alon Friedman hatte bereits die Einnahme verkündet. "Bint Dschbeil ist in unserer Hand", sagte er dem Militärrundfunk. Die Hisbollah-Miliz dementierte dies zunächst.

Nach Ansicht eines ranghohen US-Vertreters wird Israel noch "lange Zeit" brauchen, um die Hisbollah im Süden Libanons zu "neutralisieren". Die Raketenangriffe der schiitischen Miliz hätten die wachsende Gefahr ans Licht gebracht, die der Iran für die Region darstelle, sagte der leitende Außenamtsmitarbeiter Henry Crumpton in Washington. Die Lieferung von Langstreckenraketen vom Iran in den Südlibanon hätten die Lage im Nahen Osten grundlegend geändert. Die Hisbollah könnte laut Crumpton über 10.000 bis 15.000 Raketen verfügen. Darunter seien vermutlich auch Langstreckenraketen, die Tel Aviv erreichen könnten und die die Hisbollah noch nicht abgefeuert habe.

Putin verlangt "globale Lösung"

Der russische Präsident Wladimir Putin forderte eine "globale Lösung" für den Konflikt im Nahen Osten. Ohne eine Regelung für die wichtigsten Frage im Nahen Osten würden immer wieder neue Probleme wie der derzeitige Konflikt entstehen, sagte Putin nach einem Treffen mit dem saudiarabischen Außenminister, Prinz Saud el Faisal, in Moskau. Israel habe das Recht, in Sicherheit zu leben. Kein Problem dürfe mit "terroristischen Mitteln" gelöst werden, betonte Putin. (tso/AFP)

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