Politik : Südwest-FDP wählt Homburger zur Parteichefin

Bettina Wieselmann

Sindelfingen - Die baden-württembergische FDP hat eine neue Vorsitzende gewählt. Der langjährige Landesvorsitzende und Ex-Wirtschaftsminister Walter Döring war Mitte Juni wegen einer Umfrageaffäre zurückgetreten. Auf einem Sonderparteitag in Sindelfingen wurde am Sonnabend die Konstanzer Bundestagsabgeordnete Birgit Homburger ohne Gegenkandidat mit knapp 85 Prozent der Stimmen an die Spitze der Südwest-FDP gewählt. Die 39-jährige Umweltpolitikerin rief die Partei zur Geschlossenheit auf. Döring wurde mit stehenden Ovationen verabschiedet. Er räumte Fehler ein und ein „Krisenmanagement mit viel Krise und wenig Management“. Inzwischen ist auch das zweite Ministeramt, das die Liberalen in der Koalition mit der CDU in Baden-Württemberg haben, in Turbulenzen geraten. Weil Justizministerin Corinna Werwigk-Hertneck Parteifreund Döring telefonisch über die Einleitung eines weiteren staatsanwaltlichen Ermittlungsverfahrens gegen ihn unterrichtete, zog sie sich nicht nur Rücktrittsforderungen der Landtags-Opposition zu, sondern auch die Kritik der Richter und Staatsanwälte im Land. Auf dem Parteitag wurde Werwigk-Hertneck zwar demonstrativ der Rücken gestärkt, namhafte Delegierte bekundeten am Rande aber ihre Besorgnis, dass die Justizministerin womöglich am Ende nicht zu halten sein werde. Bei den Wahlen zu den drei Stellvertreter-Posten schnitt die Justizministerin mit 75 Prozent der Stimmen am schlechtesten ab.

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