Politik : Süssmuth: Von Merkel wird ein weiblicher Stil erwartet

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Berlin Die Wahl von Angela Merkel zur Kanzlerkandidatin der Union hat nach Ansicht der früheren Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth (CDU) keinen geschlechtsspezifischen Hintergrund. „Frau Merkel hat sich gegenüber den anderen Bewerbern durchgesetzt, darüber freue ich mich“, sagte Süssmuth dem Tagesspiegel. Zugleich kritisierte sie die Gleichberechtigung in der Union: „Ich würde mir wünschen, dass bei CDU und CSU auch in der Breite eine größere Beteiligung von Frauen an der Macht stattfindet.“

Sofern Merkel die mögliche vorgezogene Bundestagswahl gewinne, werde sie als Kanzlerin besonderen Ansprüchen und Erwartungen ausgesetzt sein, meinte Süssmuth. „Einerseits darf sie keine Führungsschwäche zeigen, andererseits wird man von ihr erwarten, dass sie weibliche Eigenschaften wie Einfühlungsvermögen oder Kommunikationsbereitschaft in ihren Regierungsstil mit einfließen lässt“.

Darüber hinaus werde Merkel als Regierungschefin auch einer intensiven Beobachtung durch die Öffentlichkeit unterliegen. „Frauen sind in der Politik immer noch einem Blick durch schärfere Brillen ausgesetzt als ihre männlichen Kollegen“, sagte die CDU-Politikerin. mmk

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