• Supermärkte in NRW werden bestreikt: Gewerkschaft fordert vier Prozent mehr Lohn für 470 000 Angestellte

Politik : Supermärkte in NRW werden bestreikt: Gewerkschaft fordert vier Prozent mehr Lohn für 470 000 Angestellte

Im nordrhein-westfälischen Einzelhandel sind am Freitag die ersten Streiks angelaufen. Wie die Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen (hbv) in Düsseldorf mitteilte, sollen die Arbeitskampfmaßnahmen auch am Samstag fortgesetzt werden. Am Freitag beteiligten sich landesweit rund 600 Beschäftigte in zehn Betrieben an den Arbeitsniederlegungen. Die Gewerkschaft kündigte für den Samstag Streiks in den Städten Siegen, Hagen, Solingen, Wuppertal und Schwelm an. Am Dienstag nach Pfingsten seien zunächst keine Streiks geplant, sagte hbv-Sprecher Folkert Küpers.

Der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels kritisierte in Köln, die Gewerkschaften würden "jetzt die Kunden als Geiseln in den Tarifauseinandersetzungen" nehmen. Die Streiks richteten sich jedoch am Ende direkt gegen die Arbeitsplätze im Einzelhandel, meinte der Tarifexperte und Vizehauptgeschäftsführer des Verbandes, Günther Wassmann in Köln: "Noch höhere Belastungen können die Unternehmen nur durch weitere Personaleinsparungen in großem Umfang auffangen."

Von den Arbeitsniederlegungen betroffen waren die Wal-Mart-Märkte in Siegen, Hagen, Wuppertal und Solingen, der Real-Markt in Wuppertal, eine Kaufhof-Filiale in Schwelm, mehrere Filialen der Kaisers-Kette in Bochum und Essen sowie das Zentrallager von Lidl in Grevenbroich. Durch den Streik in diesem Lager konnten laut hbv 60 bis 80 Lidl-Filialen im Rheinland nicht beliefert werden. Die Gewerkschaft will mit ihrer Aktion ein besseres Angebot der Arbeitgeber erreichen. Beim Unternehmen Wal-Mart, das keinem Arbeitgeberverband angehört, möchte die hbv die Anerkennung der Einzelhandels-Tarifverträge durchsetzen.

Die Tarifverhandlungen für die 470 000 Beschäftigten in Nordrhein-Westfalen waren am Mittwoch in Duisburg in der fünften Runde gescheitert. Nach Gewerkschaftsangaben hatten die Arbeitgeber der Branche rückwirkend eine Erhöhung der Löhne und Gehälter zum 1. April um zwei Prozent angeboten. Weitere zwei Prozent mehr Geld sollte es zum April nächsten Jahres geben. Die hbv verlangt bereits in diesem Jahr Einkommensverbesserungen von vier Prozent.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben