Superwahljahr 2009 : SPD-Generalsekretär Heil attackiert Merkel und Seehofer

Noch sind sie Koalitionspartner, doch angesichts des beginnenden Superwahljahres wird der Ton in der großen Koalition rauer. SPD-Generalsekretär Hubertus Heil wirft Kanzlerin Merkel Opportunismus vor. Auch die Grünen kritisieren mangelnde Führung.

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Hubertus Heil, SPD-Generalsekretär -Foto: Thilo Rückeis

BerlinZu Beginn des Superwahljahres 2009 verschärft die SPD den Ton gegenüber dem Koalitionspartner CDU/CSU. SPD- Generalsekretär Hubertus Heil attackierte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wegen ihrer Politik in der schweren Finanz- und Wirtschaftskrise scharf. "Eigene Ideen zur Bewältigung der Wirtschaftskrise hat sie offenbar nicht", sagte er der in Hannover erscheinenden "Neuen Presse". "Frau Merkel hat ja schon oft ihr politisches Verhalten mehr auf die öffentliche Wirkung als an ihrer Überzeugung ausgerichtet. Das trägt Züge opportunistischen Verhaltens."

Heil kritisierte auch Merkels Umgang mit der CSU und deren Vorsitzenden Horst Seehofer. "Offensichtlich ist Frau Merkel nicht in der Lage, Führungsverantwortung wahrzunehmen, wenn es gilt, das irrlichternde Verhalten von Herrn Seehofer in den Griff zu bekommen."

Heil vergleicht Seehofer erneut mit Lafontaine

In der "Passauer Neuen Presse" griff Heil Seehofer wegen seiner Forderung nach schnellen Steuersenkungen auch direkt an. Er verglich ihn dabei erneut mit Linksparteichef Oskar Lafontaine. Beide forderten Dinge, "die letztendlich die Handlungsfähigkeit des Staates gefährden und den Staat noch weiter in die Schuldenfalle treiben würden", sagte Heil. "Beide sind politische Spieler und Verantwortungsflüchtlinge. Beide passen nicht in eine Zeit, in der eine Politik der Verantwortung und des Augenmaßes gefragt sind."

Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Renate Künast warf Merkel schlechtes Krisenmanagement vor. "Wir erleben gerade einen eklatanten Mangel an Führung", sagte sie der "Berliner Zeitung". "Wir rauschen auf eine schwere Wirtschaftskrise zu, aber niemand hat das Steuer in der Hand." (nis/dpa)

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