Politik : Suu Kyi beteuert ihre Unschuld

Richard Licht

Berlin - Die birmanische Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi hat am Dienstag vor dem Sondergericht im Insein-Gefängnis erklärt: „Ich habe kein Gesetz gebrochen“ und die Schuld für das Eindringen des Amerikaners John William Yettaw in ihr Haus den Sicherheitsleuten zugewiesen. Sie habe gesagt, sie sei gefangen und habe nicht den gesetzlichen Schutz erhalten, sagte ihr Anwalt Nyan Win dem Oppositionsmagazin „Mizzima“. Die Junta habe den Hausarrest aufgehoben, sie stehe nicht mehr unter dem Staatsschutzgesetz. Nun sitzt sie in Haft.

Aung San Suu Kyi habe berichtet, auf ihrem Grundstück seien in der Zeit des Besuchs „keine Sicherheitskräfte“ gewesen. Wäre die Sicherheit ordentlich gewesen, hätte er nicht hereingekonnt, zitierte das Oppositionsmagazin „Irrawaddy“ den Anwalt. Die Befragung der Lady dauerte nur eine halbe Stunde. Sie habe Yettaw auf dessen Bitte „zeitweiliges Obdach“ gewährt. Sie habe ihn nicht gemeldet, weil sie niemanden in Gefahr bringen könne.

Zuvor hatte ein Polizeioffizier erklärt, nach Ansicht der Junta ende der Hausarrest nicht am 27. Mai, sondern könne bis zum 27. November dauern. Die Generäle hätten überlegt, sie jetzt freizulassen – vor Yettaws Besuch. Vor einem Jahr hatte die Begründung für die Verlängerung des Hausarrests auf sechs Jahre gelautet, die ersten Monate seien kein Arrest gewesen. Bisher gehen Beobachter davon aus, dass auf die jetzige Anklage fünf Jahre Haft stehen. Am Dienstag dürften wieder Diplomaten und Journalisten ins Gericht. „Es ist immer gut, Menschen von außen zu sehen“, habe Aung San Suu Kyi gesagt.

Die 40 Minister des Asien-Europa- Treffens forderten die Freilassung. Ein Singapurer Abgeordneter verlangte, Birmas Mitgliedschaft im Asean-Bündnis auszusetzen. Richard Licht

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