Swat-Tal : Pakistan lässt Zivilisten fliehen

Zwölf Stunden Zeit zur Flucht: Die pakistanischen Behörden haben im heftig umkämpften Swat-Tal vorübergehend die Ausgangssperre gelockert und die Zivilbevölkerung dazu aufgefordert, die Region zu verlassen.

IslamabadDie Unterbrechung der Ausgangssperre gilt für zwölf Stunden bis zum frühen Abend (Ortszeit). Pakistanische Medien berichteten, tausende verängstigte Menschen versuchten, aus dem Gebiet im Nordwesten des Landes zu entkommen.

Unterdessen setzten Regierungstruppen eigenen Angaben zufolge die Angriffe gegen die radikal-islamischen Taliban fort. In Mingora, der Hauptstadt des Swat-Distrikts, seien mehrere Stellungen der Aufständischen mit Kampfhubschraubern und Artillerie beschossen worden, hieß es. Über Opfer wurde zunächst nichts bekannt.

Die Armee liefert sich in der Provinz seit knapp einer Woche schwere Kämpfe mit den Taliban, um deren wachsenden Einfluss in der Region zu brechen. Laut Militärangaben wurden dabei bislang mehr als 200 Rebellen getötet. Zuvor waren Regierungstruppen bereits in den Nachbardistrikten Buner und Dir gegen die Taliban vorgegangen.

Die Vereinten Nationen schätzen, dass die jüngste Offensive rund eine halbe Million Menschen zur Flucht veranlasst hat. Etwa 200.000 davon hätten bislang sichere Gebiete erreicht und seien in Flüchtlingslagern oder bei Verwandten untergekommen. In den vergangenen Monaten seien damit insgesamt eine Million Menschen durch die Gewalt vertrieben worden. Das Kinderhilfswerk UNICEF geht sogar von 1,3 Millionen Flüchtlingen aus, darunter zahlreiche Kinder. (rf/dpa)

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