Politik : Synagogen-Anschlag: Höhere Strafen im Berufungsprozess

Die Strafen für den Brandanschlag auf die Düsseldorfer Synagoge vor einem Jahr sind im Berufungsprozess verschärft worden. Das Landgericht in Düsseldorf verurteilte die zwei arabischstämmigen Angeklagten wegen versuchter schwerer Brandstiftung zu Haftstrafen von einem Jahr und zehn Monaten sowie zweieinhalb Jahren. In erster Instanz hatte das Amtsgericht die 20 und 21 Jahre alten Männer nur wegen Sachbeschädigung verurteilt.

Die Staatsanwaltschaft hatte deutlich höhere Haftstrafen gefordert. Strafmildernd wirkte nach Aussagen des Richters jedoch, dass die Angeklagten vor der Tat im Fernsehen erschütternde Bilder aus dem Nahen Osten gesehen hätten, bei denen ein kleiner Junge von israelischen Soldaten erschossen wurde. Durch diese Bilder seien die Angeklagten aufgewühlt worden.

Die Verteidigung hatte Bewährungsstrafen gefordert. Die Angeklagten hätten aus gerechtem Zorn gehandelt. Der Staatsanwalt hatte den Angeklagten jedoch vorgeworfen: "Das ist Terrorismus in klein. Hier geht es um blanke Gewalt." Die Angeklagten seien lediglich "zu blöd" gewesen, richtige Brandsätze zu bauen, sonst hätte der Anschlag noch deutlich schlimmere Folgen haben können.

Beide Männer hatten gestanden, einen Stein und drei Brandsätze auf das jüdische Gotteshaus geworfen zu haben. An dem Gebäude war damals nur geringer Sachschaden entstanden. Als Tatmotiv hatten die Männer Wut gegen die Gewalt der Israelis im Nahen Osten genannt. Eine beherzte Anwohnerin hatte die Flammen ausgetreten. Hinter dem Anschlag waren zunächst rechtsextreme Täter vermutet worden.

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