Syrien : Assad-Regime schießt auch aus der Luft

Das syrische Militär geht inzwischen auch aus der Luft gegen die seit Monaten demonstrierenden Regierungsgegner vor. In der nordwestlichen Stadt Maarat al Numaan feuerte die Armee einer Menschenrechtsgruppe zufolge aus Kampfhubschraubern auf zehntausende Demonstranten.

Amman/Misrata - Mindestens fünf Hubschrauber hätten am Freitag das Feuer aus automatischen Waffen auf eine Protestkundgebung eröffnet, berichtete ein Augenzeuge. Obwohl die Menschen in Felder, unter Brücken und in Häuser geflüchtet seien, habe der Beschuss stundenlang angedauert. Es sind die ersten Berichte über einen Lufteinsatz gegen die Regierungsgegner, die aus Syrien nach außen drangen. Syrien unterbindet die Berichterstattung ausländischer Journalisten. Zuvor hätten Sicherheitskräfte bereits fünf Demonstranten in der Stadt getötet, teilte die Gruppe „Syrian Observatory for Human Rights“ mit. Offenbar rückten Assads Truppen am Samstag weiter auf die Stadt Dschisrasch Schugur im Nordwesten des Landes vor, während Einwohner zur nahen türkischen Grenze fliehen.

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hat sich unterdessen mit einem Vermittlungsangebot in den Libyenkonflikt eingeschaltet. Die Türkei könne für Machthaber Muammar al Gaddafi die Ausreise an einen Ort seiner Wahl organisieren und dies mit ihren Verbündeten regeln, zitierten türkische Medien Erdogan am Samstag. „Gaddafi hat keine andere Wahl als sein Land zu verlassen“, sagte Erdogan demnach. Gaddafi habe bislang allerdings „leider nicht geantwortet“, bedauerte der Regierungschef.(rtr/dpa/AFP)

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