Politik : Syrien drangsaliert Bürgerrechtler

Festnahmen und Misshandlungen in der Provinz Aleppo

-

Damaskus (dpa/Tsp). Mehr als 20 Bürgerrechtler sind am Freitagabend in Syrien vorübergehend festgenommen worden. Nach Angaben der Organisation „Komitees zur Verteidigung der Menschenrechte in Syrien“ stürmten Polizei und Sicherheitsbeamte das AlKawakby-Forum in der nordwestlichen Provinz Aleppo, wo eine Kulturveranstaltung stattfinden sollte. Einige der Bürgerrechtler seien bei ihrer Festnahme misshandelt worden, hieß es weiter. Eine andere Organisation, die Menschenrechtsvereinigung in Syrien, teilte am Samstag mit, alle Festgenommenen seien inzwischen wieder auf freiem Fuß. Die Veranstaltung zum 40. Jahrestag der Verhängung des Ausnahmezustands in Syrien sei auf massiven Druck der Behörden verschoben worden. Einige der Teilnehmer hätten davon aber nicht mehr unterrichtet werden können. Bei ihrem Eintreffen seien sie vorübergehend festgenommen worden. Nach dem Tod seines Vaters im Jahr 2000 hatte der neue syrische Präsident Baschar el Assad zunächst mehrere hundert politische Gefangene aus dem Gefängnis entlassen. Ein Jahr später ging die Regierung jedoch erneut gegen Bürgerrechtler vor. So wurden zehn Teilnehmer privater Diskussionsrunden, darunter zwei Abgeordnete, unter dem Vorwurf vor Gericht gestellt, sie hätten die syrische Verfassung auf illegale Weise ändern wollen. Auf der Homepage des Auswärtigen Amts heißt es, die gesamte Bandbreite der bilateralen Beziehungen zwischen Deutschland und Syrien habe sich seit dem Amtsantritt von el Assad deutlich belebt. Für die deutsche entwicklungspolitische Zusammenarbeit ist Syrien nun wieder Partnerland.

» Gratis: Tagesspiegel + E-Magazin "Wahl 2017"

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben