Syrien-Krieg : Kerry: Grundsatzeinigung mit Russland auf Feuerpause

US-Außenminister John Kerry hat mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow "vorläufig" Bedingungen für eine Feuerpause vereinbart. Zuvor hatte Syriens Präsident Assad seine Forderungen genannt.

US-Außenminister John Kerry.
US-Außenminister John Kerry.Foto: Shawn Thew/dpa

US-Außenminister John Kerry hat sich nach eigenen Aussagen mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow "vorläufig" auf Konditionen für eine Feuerpause in Syrien verständigt. In einem Telefonat am Morgen "haben wir eine grundsätzliche vorläufige Einigung über eine Feuerpause erreicht, die in den nächsten Tagen beginnen könnte", sagte Kerry in der jordanischen Hauptstadt Amman. Die Präsidenten beider Länder, Barack Obama und Wladimir Putin, würden in den nächsten Tagen noch einmal darüber sprechen.

Zuvor hatte sich der syrische Präsident Baschar al-Assad unter Bedingungen "bereit" zu einer Waffenruhe in seinem Land erklärt. Diese dürfe aber nicht von "den Terroristen" ausgenutzt werden, um ihre Stellung zu verbessern, sagte Assad in einem Interview mit der spanischen Zeitung "El País", das am Samstag auf deren Website veröffentlicht wurde.

Zudem müssten andere Länder, "vor allem die Türkei", daran gehindert werden, "mehr Rekruten, mehr Terroristen, mehr Waffen oder jegliche Art von logistischer Unterstützung für diese Terroristen" zu schicken, sagte Assad weiter. Die Führung in Damaskus bezeichnet alle Rebellengruppen als "Terroristen".

Die USA, Russland und wichtige Regionalmächte hatten sich vergangene Woche in München auf eine Waffenruhe geeinigt, die ursprünglich an diesem Freitag hätte in Kraft treten sollen. Zuletzt hatte die Gewalt aber stattdessen zugenommen. Russland fliegt in Syrien Luftangriffe aufseiten der syrischen Armee, die USA führen eine Koalition an im Kampf gegen die Terrorgruppe "Islamischer Staat" (IS). Auch Assad hatte eine schnelle Feuerpause ausgeschlossen.

Experten aus den USA und Russland sprachen am Samstag in der Schweiz über die Umsetzung der geplanten Waffenruhe, meldete die Agentur Interfax. Später war demnach in Genf ein breiter angelegtes Arbeitstreffen zu dem Thema geplant. Details wurden zunächst nicht bekannt. In Moskau beriet zudem Vizeaußenminister Michail Bogdanow mit dem syrischen Botschafter Riad Haddad über das Münchner Abkommen, das auch die Lieferung von Hilfsgütern nach Syrien vorsieht.

Die syrische Opposition macht ein Ende der russischen Luftangriffe zur Bedingung für einen Waffenstillstand. Die Vereinten Nationen müssten eine Garantie dafür geben, dass etwa Russland und der Iran ihre Angriffe einstellten, erklärte das Hohe Verhandlungskomitee am Samstag. Alle Seiten sollten die Kämpfe gleichzeitig beenden. Die Regierung müsse Gefangene freilassen. Weitere Voraussetzungen seien ein Ende der Belagerungen und landesweit ein freier Zugang für Hilfsorganisationen. (Tsp, dpa, AFP, rtr)

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