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Syrien : Letzte Produktionsstätte für Chemiewaffen stillgelegt

Es ist eine wichtige Etappe, um Syrien sämtliche Chemiewaffen zu nehmen: Die letzte Produktionsstätte im Land ist stillgelegt worden. Nun geht es an die Waffen selbst.

Ein Screenshot aus dem syrischen Fernsehen: Es zeigt einen der OPCW-Experten bei der Arbeit im Land.
Ein Screenshot aus dem syrischen Fernsehen: Es zeigt einen der OPCW-Experten bei der Arbeit im Land.Foto: AFP

Das gesamte syrische Chemiewaffenarsenal ist nunmehr unter Verschluss. Wie die Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) am Donnerstag in Den Haag bekannt gab, sind die rund tausend Tonnen chemischer Waffen und Kampfstoffe sicher versiegelt.

Syrien hat außerdem nach Angaben der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) alle deklarierten Anlagen zur Giftgas-Produktion zerstört. Man sei mit dem bisherigen Fortschritt zufrieden, hieß es in einem OPCW-Bericht. Damit hielt die Führung in Damaskus eine wichtige Frist im Rahmen der international vereinbarten Vernichtung seiner Chemiewaffen ein.

Der von den USA und Russland ausgehandelte Plan sieht vor, dass Syrien alle seine Geräte zur Giftgas-Herstellung bis zum 1. November unter Aufsicht der OPCW zerstört. Bis nächsten Sommer sollen dann auch alle Chemiewaffenbestände vernichtet sein.

Die Vereinbarung zu den syrischen Chemiewaffen war unter russisch-amerikanischer Vermittlung zustande gekommen. Nach einem Chemiewaffen-Einsatz am 2. August nahe Damaskus hatten die USA mit einem Militärschlag gedroht. Daraufhin willigte Syrien dem Vorschlag zur Vernichtung seiner Giftgas-Arsenals ein. In dem Land tobt seit zweieinhalb Jahren ein Aufstand gegen die Herrschaft von Präsident Baschar al-Assad. Bei den Kämpfen sollen mehr als 100.000 Menschen getötet worden sei.

Wegen der Gefechte konnte die OPCW in den vergangenen Wochen zwei der insgesamt 23 bekannten Chemiewaffen-Standorte nicht inspizieren, wie aus dem Bericht weiter hervorgeht. Allerdings seien alle relevanten Geräte und Bestände aus diesen beiden Lagern bereits zuvor an andere Standorte verlagert worden. (Reuters)

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