Politik : Syrien: Mehr als 6000 Tote im März Helfer dringen nicht mehr zu Bedürftigen vor

Ein Kämpfer der Freien Syrischen Armee trauert um einen Kameraden. Foto: rtr
Ein Kämpfer der Freien Syrischen Armee trauert um einen Kameraden. Foto: rtrFoto: REUTERS

Istanbul/Damaskus - Der März ist nach Einschätzung der Menschenrechtsorganisation „Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte“ der blutigste Monat seit Beginn des Bürgerkriegs vor zwei Jahren gewesen. Im vergangenen Monat seien 6005 Menschen bei den Kämpfen zwischen Rebellen und Einheiten des Regimes ums Leben gekommen, teilte die der syrischen Opposition nahestehende Organisation mit. Zivilisten machten ein Drittel der Opfer aus. Die Zahl der getöteten Rebellen und Regierungssoldaten habe jeweils bei etwa 1400 gelegen. Seit Ausbruch der Kämpfe vor zwei Jahren in Syrien hat die Organisation nach eigenen Angaben den gewaltsamen Tod von mehr als 60 000 Menschen dokumentiert. Hinzu kämen geschätzt 12 000 regimetreue Milizionäre. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen hat der im März 2011 begonnene Aufstand gegen Präsident Baschar al Assad mehr als 70 000 Menschen das Leben gekostet. Laut syrischer Opposition starben allein in den vergangenen drei Tagen mehrere hundert Menschen.

Auch am Dienstag gingen die Kämpfe mit unverminderter Stärke weiter. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete unter anderem von heftigen Gefechten zwischen Aufständischen und Armee in zwei Vierteln am Rand von Damaskus. In Barse im Norden der syrischen Hauptstadt hätten Granaten fünf Zivilisten verletzt. Auch aus dem östlichen Viertel Dschobar wurden Gefechte gemeldet. Bei einem Bombardement der syrischen Armee in der Ortschaft Mkailjabe seien im Morgengrauen ein dreijähriger Junge, seine fünfjährige Schwester, ihre Mutter und ihre Großmutter gestorben.

Internationale Hilfsorganisationen sehen sich durch die zunehmende Gewalt in Syrien massiv in ihrer Arbeit behindert. Das UN-Welternährungsprogramm erklärte, dass seine Mitarbeiter zu vielen der Millionen Hunger leidenden Syrer gar nicht mehr gelangen könnten. Die Organisation rief alle Konfliktparteien auf, Helfern den Zugang auch in umkämpfte Gebiete zu ermöglichen. dpa

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