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Syrien : Regierungsarmee erobert offenbar gesamte Altstadt von Aleppo

Die syrische Armee rückt in Aleppo weiter vor. Der Widerstand der Rebellen in der heftig umkämpften Stadt bricht immer mehr zusammen.

Die historische Moschee in der Altstadt von Aleppo.
Die historische Moschee in der Altstadt von Aleppo.Foto: AFP

Der Widerstand der Rebellen in der heftig umkämpften nordsyrischen Stadt Aleppo bricht immer mehr zusammen. Regierungstruppen hätten die gesamte Altstadt von Aleppo von den Rebellen zurückerobert, meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Mittwoch. Die Rebellen waren demnach zu einem Rückzug aus dem Gebiet gezwungen, weil sie Gefahr liefen, eingekesselt zu werden. Bereits am Dienstag hatten die Armee und ihre Verbündeten das strategisch wichtige Viertel Al-Schaar eingenommen. Seit dem Beginn der Offensive der Regierungstruppen und ihrer Verbündeten im November haben die Rebellen nach Angaben der Menschenrechtler rund zwei Drittel des belagerten Ostteils der Stadt eingebüßt.

Die frühere Handelsmetropole zählt im fast sechs Jahre dauernden Bürgerkrieg zu den umkämpftesten Gebieten. Heftige Gefechte und Luftangriffe haben eine Massenflucht in Ost-Aleppo ausgelöst. Die Menschenrechtsbeobachter erklärten, seit Mitte November hätten rund 80 000 Menschen ihre Häuser in den Rebellengebieten verlassen. Aus Regierungskreisen hieß es, es gebe Verhandlungen der syrischen und russischen Armee mit Rebellen über einen Abzug der oppositionellen Milizen aus Aleppo.

Von Seiten der Rebellen gab es dazu keine Bestätigung. Damaskus will einer neuen Waffenruhe erst zustimmen, wenn die bewaffneten Regimegegner Aleppo verlassen haben. Die Rebellenmilizen schlugen eine neue fünftägige Feuerpause vor, damit Verletzte und Zivilisten aus der Stadt gebracht werden könnten. Erst wenn sich die humanitäre Lage verbessert habe, könne über eine Zukunft der Stadt verhandelt werden, hieß es in einer Erklärung.

Russischer Militärberater getötet

Ein russischer Militärberater ist bei Beschuss im Westen von Aleppo getötet worden. Der Offizier sei bei Artilleriefeuer auf ein Wohnviertel schwer verletzt worden und später gestorben, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau der Agentur Tass zufolge am Mittwoch mit. Ärzte hätten mehrere Tage um sein Leben gekämpft. Erst am Montag waren bei Beschuss eines Feldlazaretts in Aleppo eine russische Ärztin und eine Helferin getötet worden. Die russischen Streitkräfte unterstützen eine Offensive der syrischen Armee auf den von Rebellen gehaltenen Osten der strategisch wichtigen Stadt im Norden Syriens.

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