Syrien : Rotes Kreuz rettet Verletzte aus Homs

Die Lage in Homs spitzt sich weiter zu. Aber trotz tobender Kämpfe konnten erstmals Zivilisten und Verletzte gerettet werden. Hilfsorganisationen fordern eine Feuerpause - bisher vergeblich.

Homs brennt. Schon seit Wochen befindet sich die Rebellenhochburg im Visier des Regimes. Foto: REU
Homs brennt. Schon seit Wochen befindet sich die Rebellenhochburg im Visier des Regimes.Foto: REU

Das Rote Kreuz hat erste Verletzte sowie Frauen und Kinder aus der umkämpften syrischen Stadt Homs herausgeholt. Hicham Hassan vom Roten Kreuz sagte dem arabischen Nachrichtensender Al-Dschasira, 7 Verletzte und 20 Frauen und Kinder seien zunächst in Sicherheit gebracht worden. Die Lage in Homs werde immer schlimmer und es werde mehr Hilfe für die Verletzten benötigt.

Der Konvoi von Ambulanzfahrzeugen des Syrischen Roten Halbmonds und des Roten Kreuzes sei am Freitagnachmittag in den Stadtteil Baba Amro gefahren und habe die Menschen mitgenommen. Zu diesem Zeitpunkt habe jedoch keine Kampfpause geherrscht.

Die Evakuierung sei ein erster Schritt gewesen. „Wir wollen alle verletzten Personen in Sicherheit bringen“, sagte Hassan. Die beiden verletzten ausländischen Journalisten seien nicht dabei gewesen, sagte er. Die französische Journalistin Edith Bouvier und der britische Fotograf Paul Conroy hatten Verletzungen am Bein erlitten.

Carla Haddad Mardini vom Internationalen Komitee des Roten Kreuzes (IKRK) sagte dem US-Nachrichtensender CNN, dass ihre Organisation die syrischen Behörden um eine täglich zweistündige Kampfpause bitten möchte. In dieser Zeit könnten Mitarbeiter in alle betroffenen Gebiete, darunter Homs, gehen, um dringend benötigte Hilfe zu übergeben, sagte die IKRK-Sprecherin telefonisch aus Genf.

Das Viertel Baba Amro lag in den vergangenen Tagen laut Berichten von Augenzeugen unter schwerem Beschuss durch syrische Regierungstruppen. Seit rund einer Woche hatte das Rote Kreuz die syrischen Behörden und die bewaffnete Opposition immer wieder aufgefordert, eine Feuerpause zur Versorgung der Verletzten und Notleidenden zu ermöglichen.

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