Syrien und IS : "Islamischer Staat" sprengt Tempel in Palmyra

Letzte Woche richtete die IS-Terrormiliz in Palmyra den früheren Chef-Archäologen Asaad brutal hin. Jetzt wurde in der antiken Oasenstadt der erste Tempel gesprengt.

Die Ruinen von Baalschamin in Palmyra. Baal Schamin Der kleine Tempel abseits der großen Prozessionsstraße ist vom sogenannten "Islamischen Staat" in die Luft gesprengt worden. Ein Vorspiel zu mehr?
Die Ruinen von Baal Schamin in Palmyra.Foto: AFP

Die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) hat nach Angaben eines syrischen Archäologen einen Tempel in der antiken Oasenstadt Palmyra in Syrien zerstört. Der Tempel von Baalschamin sei mit einer großen Menge Sprengstoff in die Luft gejagt worden, sagte der Direktor der syrischen Museen und Antikensammlungen, Maamun Abdulkarim, am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP. Das Gebäude sei fast völlig zerstört.

Bei der Explosion sei der innerste heilige Bereich des Tempels, die sogenannte Cella zerstört worden. Außerdem seien die umgebenden Säulen eingestürzt. Der Tempel des Baalschamin wurde im ersten und zweiten Jahrhundert nach Christus erbaut und gilt als eines der bedeutendsten Bauwerke der zum Weltkulturerbe der Unesco gehörenden antiken Schätze der Stadt Palmyra.

Die Dschihadistenmiliz hatte zuvor den Leichnam des früheren Chef-Archäologen der antiken syrischen Oasenstadt Palmyra nach Angaben seines Sohnes nach der Enthauptung geschändet. Ihm sei von Augenzeugen berichtet worden, dass eine Gruppe von IS-Kämpfern die Leiche "in Stücke schnitt", nachdem sie einen Tag lang an einem Pfosten aufgehängt gewesen war, sagte Mohammed al-Assaad am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP. Die Ermordung des 82-jährigen Archäologen Khaleed al-Assaad hatte international für Entsetzen gesorgt.

"Ich sterbe aufrecht wie die Palmen von Palmyra"

Der Sohn al-Assaads äußerte sich am Rande einer Trauerfeier, die das Nationale Altertumsmuseum in Damaskus in Erinnerung an den Archäologen abhielt. "Mein Vater hat immer wieder gesagt: Ich sterbe aufrecht wie die Palmen von Palmyra", sagte er. Der profilierte Antikenexperte war am Dienstag hingerichtet und in den Ruinen von Palmyra aufgehängt worden. Die Angehörigen al-Assaads flohen daraufhin aus der Stadt. (AFP/KNA)

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1 von 41Foto: AFP / Christophe Charon
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