Syrien : US-Reporter Theo Curtis nach zwei Jahren Gefangenschaft frei

Mehr als zwei Jahre ist Theo Curtis eine Geisel radikaler Islamisten in Syrien gewesen, jetzt gab US-Außenminister John Kerry die Freilassung des Reporters bekannt. Möglicherweise hat ein drittes Land die Befreiung eingefädelt.

US-Außenminister John Kerry
US-Außenminister John KerryFoto: AFP

Ein amerikanischer Journalist ist nach fast zwei Jahren Geiselhaft in Syrien freigelassen worden. Peter Theo Curtis war nach Angaben von US-Außenminister John Kerry Gefangener der mit der Terrororganisation Al Qaida verbundenen Al-Nusra-Front.

„Besonders nach einer Woche mit einer unsäglichen Tragödie sind wir alle dankbar und erleichtert zu wissen, dass Theo Curtis nach Hause zurückkehrt“, erklärte Kerry. Er bezog sich damit auf die Ermordung des ebenfalls entführten US-Journalisten James Foley, der vor wenigen Tagen von Terroristen der Miliz Islamischer Staat (IS) enthauptet worden war. Laut „New York Times“ wurde Curtis, ein freiberuflicher Reporter aus Boston, im Oktober 2012 nahe der syrisch-türkischen Grenze entführt.

Er war demnach zunächst längere Zeit zusammen mit dem US-Fotojournalisten Matthew Schrier in einer Zelle eingesperrt. Schrier gelang im Juli 2013 die Flucht, Curtis blieb damals in der Zelle zurück. Dem Blatt zufolge sind vermutlich mindestens drei weitere US-Bürger Geiseln der IS-Miliz - zwei Männer und eine Frau. IS und die Al-Nusra-Front nutzen systematisch westliche Geiseln, um hohe Lösegeldzahlungen zu erpressen.

Kerry wies darauf hin, dass sich die USA in den vergangenen zwei Jahren an mehr als zwei Dutzend Staaten gewandt hätten, um mit ihrer Hilfe die Freilassung von US-Geiseln zu erreichen. Das ist ein möglicher Hinweis darauf, dass Curtis' Freilassung durch ein anderes Land eingefädelt wurde.

Die UN bestätigten, dass Curtis im Dorf Al Rafid auf den Golan-Höhen an UN-Blauhelmsoldaten übergeben worden sei. Nach einer ersten medizinischen Untersuchung hätten ihn dann Vertreter der US-Regierung in Empfang genommen. Die nationale Sicherheitsberaterin Susan Rice erklärte: „Theo ist jetzt sicher aus Syrien heraus, und wir erwarten, dass er in Kürze mit seiner Familie wiedervereint wird.“ CNN zufolge wurde die Freilassung offenbar privat eingefädelt. Der Sender berief sich dabei auf Behördenkreise. (dpa)

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