Update

Syrien : USA töten Al-Qaida-Terroristen

Die USA haben in Syrien einen der gefährlichsten Al-Qaida-Terroristen getötet. Muhsin al-Fadhli führte die auf größere Anschläge spezialisierte Khorasan-Gruppe und soll vorab von den Terroranschlägen vom 11. September 2001 gewusst haben.

von
Der mit dem Terrornetzwerk Al-Qaida verbundene Extremist Muhsin al-Fadhli ist laut US-Militärs bei einem Luftangriff in Syrien ums Leben gekommen.
Der mit dem Terrornetzwerk Al-Qaida verbundene Extremist Muhsin al-Fadhli ist laut US-Militärs bei einem Luftangriff in Syrien ums...Foto: AFP

Die USA haben mit einem Luftangriff in Syrien einen der gefährlichsten Terroristen von Al Qaida getötet. Die mutmaßlich von einem Kampfflugzeug abgefeuerte Rakete traf den Kuwaiter Muhsin al-Fadhli, der die auf größere Anschläge spezialisierte Khorasan-Gruppe geführt hatte. Das US-Verteidigungsministerium bestätigte am Dienstag den Tod von al-Fadhli. Der 34-Jährige war am 8. Juli in einem Fahrzeug nahe der Stadt Sarmada im Nordwesten Syriens unterwegs, als die Rakete einschlug.

Die Khorasan-Gruppe setzt sich aus etwa zwei Dutzend Al-Qaida-Leuten zusammen, die der Terrorvereinigung schon lange angehören und von Syrien aus Anschläge in den USA und Europa  planen. Ihr Chef Muhsin al Fadhli zählte zum Kreis der engeren Vertrauten von Osama bin Laden und soll in die Vorbereitung des Angriffs auf die USA am 11. September 2001 eingeweiht gewesen sein. Die US-Regierung hatte sieben Millionen Dollar Belohnung für Informationen ausgesetzt, die al-Fadhli „der Justiz zuführen."

Den Terrorprofis der Khorasan-Gruppe seien schwere Anschläge zuzutrauen, heißt es in deutschen Sicherheitskreisen. Mit dem Tod von al-Fadhli könnten Planungen „nach hinten verschoben worden sein“. Der Kuwaiter soll an mehreren Anschlägen beteiligt gewesen sein, darunter an dem auf den französischen Öl-Tanker „MV Limburg“. Bei dem Angriff im Oktober 2002 an der jemenitischen Küste starb ein Seemann, außerdem flossen acht Millionen Liter Öl ins Wasser. Al-Fadhli kämpfte auch in Afghanistan und hielt sich dann im Iran auf. Offenbar von dort gelangte er nach Syrien, wo auf Anweisung von Al-Qaida-Chef Aiman as-Sawahiri die Khorasan-Gruppe gebildet wurde – um weniger gefährdet durch Angriffe von US-Drohnen wie im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet Anschläge vorzubereiten. Der tödliche Luftangriff auf al-Fadhli hat diese Illusion nun zerstört.

 



» Gratis: Tagesspiegel + E-Magazin "Wahl 2017"

9 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben