Tadschikistan : Steinmeier trifft Präsidenten Rachmonow

Das an der Grenze zu Afghanistan gelegene Tadschikistan hofft auf mehr deutsche Hilfe bei der Sicherung des 1400 Kilometer langen Grenzstreifens.

Duschanbe - Präsident Emomali Rachmonow habe die dringende Bitte an Deutschland geäußert, beim Aufbau des Grenzschutzes noch mehr zu leisten, sagte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) bei seinem Besuch in der tadschikischen Hauptstadt Duschanbe. Deutschland leistet in Afghanistan neben der Beteiligung an der Isaf-Schutztruppe Hilfe bei der Polizeiausbildung sowie beim Aufbau von Zoll- und Grenzschutz. Tadschikistan werde in erheblichem Maß von der Instabilität des Nachbarlands berührt, sagte Steinmeier und verwies auf den Drogentransfer und die Gefahr der Korruption.

Zentralasien dient als Durchgangskanal für Drogen aus Afghanistan in Richtung Europa. Mit Blick auf die Präsidentschaftswahlen am Montag in Tadschikistan sagte Steinmeier, er hoffe, dass die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) die Wahlen nach ihren Maßstäben begleiten könne. Er habe gegenüber Rachmonow auf die Bedeutung der Zusammenarbeit mit der OSZE hingewiesen. In Duschanbe wird damit gerechnet, dass der Präsident, der das Land seit 1994 autoritär regiert, mit einem Ergebnis von über 90 Prozent wiedergewählt wird. Die OSZE hatte die Parlamentswahlen vom Februar 2005 als nicht frei und fair bewertet, bei der Rachmonows Regierungspartei klar gesiegt hatte. Steinmeier betonte, dass der Weg zu Rechtstaat und Demokratie weiter gegangen werden müsse.

Tadschikistan, die vierte Station von Steinmeiers Reise, ist das ärmste der fünf zentralasiatischen Länder. Der Bürgerkrieg, der von 1992 bis 1997 insgesamt 150.000 Menschen das Leben kostete, führte zum wirtschaftlichen Ruin des Landes. Auch hat das Land im Gegensatz zu seinen Nachbarn keine Öl- und Gasvorkommen. (tso/AFP)

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