Tätigkeitsbericht : Deutsche Soldaten sind zu dick

Mit Sport und gesunder Lebensweise haben deutsche Soldat scheinbar nichts am Hut. Sie sind viel zu dick und rauchen zu viel. Der Wehrbeauftragte des Bundestages prangert diese "Fehlentwicklungen" in seinem Jahresbericht heftig an.

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Mit Sport nicht viel am Hut: 40 Prozent der Soldaten sind übergewichtig. -Foto: ddp

Berlin  Der Wehrbeauftragte Reinhold Robbe bemängelt vor allem die mangelnde sportliche Fitness vieler Soldaten. 40 Prozent der Soldaten sind übergewichtig - fünf Prozent mehr als in zivilen Vergleichsgruppen, heißt es seinem so genannten Tätigkeitsbericht, den er am Dienstag in Berlin Parlamentspräsident Norbert Lammert übergab.

Mehr als ein Fünftel der Soldaten treibt Robbe zufolge überhaupt keinen Sport. Der Sozialdemokrat beklagt ferner, dass mehr als 70 Prozent der Soldaten angeben, regelmäßig zu rauchen. Robbe hofft, dass seine Diagnose nicht nur als Mängelbericht aufgefasst wird: Ziel sei es, etwas zu verbessern, wobei dem Dienstherrn eine entscheidende Rolle zukomme. Der Dienstsport dürfe nicht "ständig anderen Dingen zum Opfer fallen", so Robbe. Die Bundeswehr müsse eine effektive gesundheitliche Aufklärung betreiben - "professionell" und "mit wissenschaftlicher Begleitung".

FDP: Truppe hat andere Probleme

FDP-Verteidigungsexpertin Elke Hoff findet es dagegen befremdlich, dass der Wehrbeauftragte die körperliche Fitness der Soldaten zum Schwerpunkt seines Berichts macht. "Auch wenn der körperliche Zustand vieler Soldatinnen und Soldaten ohne Frage ein Problem für die Bundeswehr darstellt, so sind doch andere Schwierigkeiten für deren Einsatzfähigkeit von erheblich größerer Bedeutung." So mangele es an Ausbildung und Ausrüstung, finanzieller Ausstattung und modernen Unterkünften.

Letzteres hatte Robbe allerdings schon im vergangenen Jahr angekreidet: Damals standen in seinem Jahresbericht der marode Zustand der Kasernen in Westdeutschland im Vordergrund. Das Verteidigungsministerium hatte reagiert und ein Investitionsprogramm für die Renovierung und Sanierung aufgelegt. (sgo/dpa/AFP)   

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