Politik : Tag der Arbeit: Mehr Jobs

"Wir sind keine Faulenzer und würden gern arbeiten, Herr Bundeskanzler!" Mit dieser Versicherung empfingen die Mitglieder des Arbeitslosenverbandes Rostock Bundeskanzler Gerhard Schröder zur Maikundgebung in der Hansestadt. In Mecklenburg-Vorpommern, wo im Durchschnitt jeder fünfte Erwerbsfähige keinen Job hat, kommt auf 20 Arbeitslose maximal eine freie Stelle, sagte Karin Mann, Leiterin des Arbeitslosenzentrum Rostock. Arbeitsplätze und keine so genannten Drückeberger-Debatten seien deshalb gefragt. "Ost-Besuche des Kanzlers allein reichen nicht", meinte die Rostocker DGB-Organisationssekretärin Sigrid Rehmus-Kinnigkeit.

DGB-Vizechefin Ursula Engelen-Kefer hat ein Ende der Debatte über die angeblichen Faulenzer und Drückeberger unter den Arbeitslosen verlangt. "Nicht die Arbeitslosen sind zu bekämpfen, sondern die Arbeitslosigkeit", forderte sie in Leipzig. Hier seien die Arbeitgeber in der Pflicht.

Der bayerische IG Metall-Chef Werner Neugebauer hat die Diskussion um Sanktionen gegen Arbeitslose scharf kritisiert. Der "Rundumschlag" von Bundeskanzler Gerhard Schröder gegen Erwerbslose sei "so überflüssig wie ein Kropf", sagte Neugebauer in Passau. Noch "unappetitlicher" sei, dass Unionspolitiker die Aussagen Schröders noch übertroffen hätten.

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