Tagesspiegel-Forum : Michael Müller favorisiert Technikchef für BER

Nach Angaben von Michael Müller muss der Mehdorn-Nachfolger nicht von außen kommen. Er denke in erster Linie an Technikchef Jörg Marks, sagte der Regierende Bürgermeister am Dienstagabend im Tagesspiegel-Forum.

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Michael Müller bei seinem ersten öffentlichen Auftritt als Regierender Bürgermeister von Berlin im Tagesspiegel-Haus.
Michael Müller bei seinem ersten öffentlichen Auftritt als Regierender Bürgermeister von Berlin im Tagesspiegel-Haus. Neben ihm...Foto: Mike Wolff

Bei der Suche nach einem Nachfolger für den bisherigen Flughafenchef Hartmut Mehdorn favorisiert der Berliner Senat ein Mitglied der bisherigen Geschäftsleitung. Das machte Michael Müller am Dienstagabend bei seinem ersten öffentlichen Auftritt als Regierender Bürgermeister deutlich, der im Tagesspiegel-Haus stattfand. In erster Linie denkt er dabei an den bisherigen Technikchef Jörg Marks, wie er vor rund 200 Tagesspiegel-Lesern erkennen ließ. „Da wurde viel abgearbeitet und dem BER eine Perspektive gegeben – warum muss jetzt jemand kommen, der alles auf Null stellt?“ Ihm sei es lieber, „jetzt auch mal eine Sache ordentlich zu Ende zu bringen“, als jetzt bundesweit Nachfolger zu suchen.

Nach Müllers Einschätzung hat vor allem Marks auf der Aufsichtsratssitzung der Flughafengesellschaft am vergangenen Freitag einen guten Eindruck hinterlassen mit der Art, in der er die erledigten Arbeiten und die noch offenen Vorhaben präsentierte, um den Flughafen wie nun geplant bis 2017 zu eröffnen. Marks’ Darlegung des Zustands am BER und der geplanten Bauvorhaben für die kommenden Jahre schien „gut und richtig“, sagte Müller am Dienstag auf der Senatspressekonferenz. „Wir wollen auf dieser guten Aufsichtsratssitzung aufbauen.“

Müller: Terminplanung auch nach Mehdorns Rücktritt realistisch

Auch mit Mehdorn habe es in der Sitzung eine „gute Atmosphäre“ gegeben. Daher habe es ihn, Müller, „erstaunt“, dass der Chef der Flughafengesellschaft am Montag seinen Rücktritt ankündigte. Dieser Schritt wäre aus Müllers Sicht „nicht nötig“ gewesen. Beim Tagesspiegel-Forum sagte er, er bedauere Mehdorns Entscheidung. Er finde es „zu einfach und zu schlicht, das alles an einer Person festzumachen“. Mehdorn müsse sich zwar auch Kritik gefallen lassen, habe dem BER aber „eine vernünftige Richtung gegeben“. Berlin habe Mehdorn und die BER-Geschäftsführung „in allen wesentlichen Punkten unterstützt“. Müller habe sich „gut vorstellen können, mit ihm weiter zusammenzuarbeiten“.

Noch diese Woche will Müller mit den anderen Gesellschaftern des Flughafens – dem Bund und Brandenburg – besprechen, wie es nach Mehdorns Rücktrittsankündigung weitergehen soll. Dabei werde man nicht nur über mögliche Namen sprechen, sondern auch über die bisherige Konstruktion des BER-Managements. Die erwäge man zu ändern. Bisher führt Mehdorn als Geschäftsführer das Unternehmen, Marks ist als Technikchef für den Neubau in Schönefeld zuständig. Der Vorteil bei einer internen Nachfolgeregelung wäre nach Müllers Worten, dass das „sehr schnell“ ginge. Alternativ wäre auch denkbar, dass „jemand aus der Geschäftsführung jemanden kennt, der zur Verfügung steht“. Das wichtigste Ziel sei aber, jetzt „nahtlos an das Erreichte anzuknüpfen“.

Die bisherige Terminplanung für die Inbetriebnahme des BER sei auch nach Mehdorns angekündigtem Rückzug realistisch. „Ich habe ein gutes Gefühl, dass wir die genannten Termine halten können“, sagte Müller.

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