Politik : Taiwan will sich von Peking nicht einschüchtern lassen - Politiker reagieren verärgert

Die jüngste chinesische Interventionsdrohung gegen Taiwan wenige Wochen vor den Wahlen auf der Insel hat am Dienstag zu heftigen Reaktionen der Politiker in Taipeh geführt. Der unabhängige Präsidentschaftskandidat James Soong erklärte, die Menschen in Taiwan hätten keine Angst vor Verhandlungen mit der Volksrepublik China, aber man lasse sich nicht durch Einschüchterung zu Verhandlungen zwingen. Der Kandidat für den Posten des Vizepräsidenten, Ministerpräsident Vincent Siew, betonte, sein Land könne keine Instabilität gebrauchen. Ohne die chinesische Warnung anzusprechen, erklärte Siew: "Was wir brauchen, ist Frieden, nicht Krieg."

China hatte am Montag Taiwan mit einer Invasion der Insel gedroht, sollte dessen Regierung weiterhin Verhandlungen mit dem Ziel einer Wiedervereinigung hinauszögern. In Taiwan stehen am 18. März Wahlen an. Der Wortlaut der vom chinesischen Staatsrat verabschiedeten Erklärung wurde am Dienstag von der amtlichen chinesischen "Volkszeitung" veröffentlicht. Bislang hatte die Volksrepublik China nur für den Fall einer Unabhängigkeitserklärung Taiwans mit militärischen Maßnahmen gedroht.

China ist seit 1949 geteilt. Nach dem Sieg der Kommunisten unter Mao Tse Tung flüchteten ihre nationalistischen Gegner, die Kuomintang, nach Formosa, das heute Taiwan heißt, und gründeten dort die Republik China. Taiwan bekennt sich ebenso wie die Volksrepublik zur Wiedervereinigung und hat diese als Ziel in der Verfassung festgeschrieben. In Reaktion auf die chinesische Drohung gab der Aktienhandel an der Börse von Taiwan bis zu 3,2 Prozentpunkte nach.

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