Politik : Taize-Treffen: 80 000 junge Christen treffen sich in Barcelona

Ralph Schulze

"Damit ein Leben schön wird, muss man nicht außergewöhnlich fähig sein, muss einem nicht alles leicht von der Hand gehen: Glücklich wird, wer es versteht, sich selbst schlicht hinzugeben." Mit dieser Botschaft begrüßte der Schweizer Begründer der ökumenischen Taize-Gemeinschaft, der 85-jährige Bruder Roger, 80 000 junge Menschen aus ganz Europa, die seit Donnerstag an einer der größten religiösen Zusammenkünfte der Welt teilnehmen: Das Europäische Taize-Jugendtreffen in der nordspanischen Hauptstadt Barcelona, das 23. in der Geschichte der angesehenen Gemeinschaft.

Die versöhnende Leistung der Taize-Gemeinschaft, die in Barcelona zugleich ihr 60-jähriges Bestehen feiert, findet sogar die Anerkennung des UN-Generalsekretärs Kofi Annan: "Der Geist der Toleranz, der Brüderlichkeit und Solidarität ist ein Beispiel für den Rest der Welt."

Noch nie waren so viel junge Menschen aus Osteuropa bei einem Taize-Treffen vertreten: Allein 35 000 kommen aus Osteuropa, zumeist aus Polen. Aber auch tausende Russen, Ukrainer und Litauen sind dabei. Aus dem deutschsprachigen Raum nehmen rund 4000 Jugendliche teil. Das Gastland Spanien stellt mit 30 000 Jugendlichen dieses Mal die größte Abordnung. Der evangelische Priester Roger Louis Schutz-Marsauche, Sohn eines Schweizer Pfarrers, gründete die Taize-Gemeinschaft schon im Jahr 1940. Damals kaufte er in dem Dorf Taize im französischen Burgund ein Herrenhaus und bot von den deutschen Nazis Verfolgten Unterschlupf. Im Laufe der Jahre schlossen sich immer mehr Menschen dem anfangs rein protestantischen Orden an, der sich später auch den Katholiken sowie anderen Religionen öffnete.

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