Politik : Taliban greifen Bundeswehr an

Kabul - Afghanistans Aufständische nehmen das Einsatzgebiet der Bundeswehr immer stärker ins Visier. Bei drei Anschlägen im lange Zeit relativ ruhigen Norden des Landes kamen am späten Samstagabend mindestens 16 Menschen ums Leben. Die Angriffe richteten sich nach Behördenangaben vom Sonntag vor allem gegen afghanische Polizisten. Auch die Bundeswehr war am Wochenende erneut Ziel von Angriffen durch Aufständische. Eine deutsche Patrouille fuhr am Samstag etwa zwölf Kilometer westlich des Feldlagers in Kundus in eine Sprengfalle, wie ein Sprecher des Einsatzführungskommandos in Potsdam sagte. Etwa eine Stunde später sei in der Nähe ein weiterer improvisierter Sprengsatz gezündet worden, als die Patrouille vorbeifuhr. Bei den Anschlägen wurden zwei deutsche Soldaten leicht verwundet. Erstmals setzte die Bundeswehr in einem Gefecht Artillerie ein.

Bei den Angriffen auf afghanische Polizisten starben neun in der Provinz Kundus, als ihr abgelegener Posten von mehreren Dutzend Taliban-Kämpfern überrannt wurde. Fünf weitere Polizisten kamen in der Provinz Badachschan ums Leben, als ihr Fahrzeug über eine am Straßenrand deponierte Bombe fuhr. Einem Sprengsatz fielen auch der Polizeichef des Bezirks Kale Saal und sein Fahrer in Kundus zum Opfer. Bei weiteren Angriffen von Aufständischen im Süden und Osten Afghanistans wurden nach Angaben der internationalen Isaf-Truppe am Samstag sechs US-Soldaten getötet. Zudem fielen mehr als ein Dutzend Zivilisten Anschlägen zum Opfer.

Der neue US-Oberbefehlshaber in Afghanistan, David Petraeus, will afghanischen Dorfbewohnern dabei helfen, die Taliban in eigener Regie zu bekämpfen. Nach einem Bericht der „Washington Post“ vom Samstag äußerte Afghanistans Präsident Hamid Karsai in einem Gespräch mit Petraeus allerdings erhebliche Einwände gegen den Plan. dpa/rtr

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