Politik : Taliban kündigen Gewaltoffensive an

Kabul/Washington/Berlin - Die radikalislamischen Taliban in Afghanistan haben eine Gewaltoffensive gegen dortige Ausländer und „ihre Stellvertreter“ angekündigt. Die Offensive mit dem Namen Al Faath („Sieg“) werde am Montag beginnen und richte sich gegen Diplomaten, Mitglieder des afghanischen Parlaments, ausländische Soldaten und ausländische Unternehmer, hieß es in einer am Wochenende veröffentlichten Mitteilung. Die Taliban kündigten Erschießungen, Entführungen und Sprengstoffangriffe an. Am Wochenende kamen bei Gefechten und Anschlägen in Afghanistan nach Angaben der Schutztruppe Isaf mindestens 22 Menschen ums Leben.

Unterdessen wurde bekannt, dass Präsident Hamid Karsai in den nächsten Tagen in Washington erwartet wird. Am Mittwoch will er dort mit US-Präsident Barack Obama zusammentreffen. Beobachter werten die Visite als Versöhnungsbesuch, nachdem Karsai die US-Regierung zuvor verärgert hatte. Zunächst behauptete er, hinter den Manipulationen bei der Präsidentenwahl im vergangenen Jahr hätten ausländische Kräfte gesteckt. Dann machte er den Start einer US- Großoffensive gegen die Taliban in Kandahar von der Zustimmung örtlicher Stammesführer abhängig. Zudem wehrte sich der afghanische Präsident gegen Kritik an seiner Amtsführung aus dem Westen.

In Kundus soll laut „Spiegel“ in den kommenden Wochen eine Versammlung von Dorfältesten aus der Region Char Darah einberufen werden, bei der die Angehörigen ziviler Opfer des Luftangriffs auf zwei Tankwagen vom 4. September identifiziert und schnellstmöglich „ohne Anerkennung einer Rechtspflicht“ entschädigt werden sollen. Pro Todesfall seien 4000 Euro im Gespräch. Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) kündigte im „Focus“ die Verlegung von 15 zusätzlichen Schützenpanzern des TypsMarder nach Afghanistan an. AFP/dpa/rtr

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