Politik : Taliban lehnen Karsais Angebot ab

Kandahar - In Afghanistan haben die radikalislamischen Taliban ein Verhandlungsangebot von Präsident Hamid Karsai ausgeschlagen und ihre Forderung nach dem Abzug der ausländischen Streitkräfte bekräftigt. „Solange sie nicht abgezogen sind, werden wir niemals mit der Regierung in Kabul sprechen“, sagte Taliban-Sprecher Jussuf Ahmadi am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP. Karsai hatte am Samstag Bereitschaft zu Gesprächen mit Taliban-Führer Mullah Omar und dem radikalislamischen Milizenchef Gulbuddin Hekmatjar signalisiert. Er erklärte sich auch bereit, Vertreter der Taliban in die Regierung aufzunehmen, verlangte dafür aber einen Gewaltverzicht.

„Wir wollen den Abzug der ausländischen Truppen, und wir halten an dieser Position fest“, betonte Ahmadi. Die Taliban seien an einer Mitarbeit in der Regierung nicht interessiert. Karsai habe nichts Neues zu bieten. Selbst wenn er sein Amt aufgebe, werde es nicht zu Gesprächen mit Mullah Omar kommen. Nach Angaben von Karsais Büros erwägen jedoch Taliban-Kämpfer ernsthaft, ihre Waffen niederzulegen. „Sie wollen in Frieden leben“, sagte Sprecher Humajun Hamidsada. Auch die UN und die Nato berichteten von entsprechenden Anzeichen.

Karsai seinerseits lehnte den von den Rebellen verlangten Abzug der ausländischen Truppen kategorisch ab: „Wir lassen die Ausländer nicht weg, bis bei uns Straßen, Schulen und Elektrizitätsversorgung aufgebaut sind, bis unsere Polizei und Streitkräfte besser sind“, sagte er. In Afghanistan sind derzeit rund 50 000 überwiegend westliche Streitkräfte stationiert, die unter dem Kommando der Nato und der USA stehen. AFP

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