Tamilen-Konflikt : Selbstmordanschlag auf Flüchtlingslager in Sri Lanka

Im umkämpften Nordosten Sri Lankas hat am Montag ein Anschlag auf ein Flüchtlingslager mindestens 22 Tote gefordert. Weitere 45 Menschen wurden nach Angaben des Verteidigungsministeriums verletzt.

ColomboIn Sri Lanka hat sich eine Frau vor einem Lager für tamilische Flüchtlinge in die Luft gesprengt, die dorthin vor den Kämpfen zwischen der Armee und den Tamilen-Rebellen geflohen waren. Wie Armeesprecher Udaya Nanayakkara in Colombo mitteilte,
wurden mindestens 45 weitere Menschen verletzt, als die Frau ihren Sprengsatz vor einem Auffanglager für Flüchtlinge zündete. Unter den
Todesopfern in dem vom Militär eingerichteten Lager seien 14 Soldaten und acht Zivilisten, sagte Nanayakarra weiter. Die Sicherheitskräfte machten die Rebellen der Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) für den Anschlag in Visuamadu östlich der Stadt Kilinochchi verantwortlich. Die Frau sprengte sich demnach in die Luft, als sie von Soldatinnen außerhalb des Lagers kontrolliert werden sollte.

Nach Regierungsangaben sind in den vergangenen Tagen mindestens 12.000 Menschen aus dem Gebiet im Norden des Landes geflohen, in dem sich Regierungstruppen und die Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) heftige Kämpfe liefern. Das Verteidigungsministerium schrieb den Anschlag den Befreiungstigern von Tamil Eelam (LTTE) zu.

Das Verteidigungsministerium beschuldigte die Rebellen am Sonntag, die Zivilisten als "menschliche Schutzschilde" zu missbrauchen. Die Berichte über Flüchtlings- und Armeebewegungen sind allerdings von unabhängiger Seite nicht zu prüfen, da Journalisten und internationale Beobachter nicht in das Konfliktgebiet reisen dürfen.

Die Regierung in Colombo sieht in ihrer jüngsten Militäroffensive die Schlussphase des Kampfes gegen die LTTE, die seit 36 Jahren für einen unabhängigen Staat im Norden Sri Lankas kämpft. Seit Mitte 2007 ist das von den Befreiungstigern kontrollierte Gebiet erheblich geschrumpft - derzeit wird es noch auf weniger als hundert Quadratkilometer Dschungel geschätzt. In dem Konflikt starben schätzungsweise 70.000 Menschen. (rope/jam/AFP)

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