Tarifkonflikt : Noch "ganz, ganz langer" Streik?

Nach der gescheiterten Schlichtung ist in den Städten und Gemeinden Baden-Württembergs ein Streik-Ende nicht in Sicht. Der Streik im öffentlichen Dienst könne noch "ganz, ganz lange dauern", sagte ein Verdi-Vertreter.

Stuttgart - An der Basis würden nun die weiteren Schritte diskutiert, sagte Günter Busch von der Verdi-Verhandlungskommission in Stuttgart. Der Streik werde in anderer Form als bisher fortgesetzt. Ziel sei es, die Arbeitgeber materiell und logistisch zu treffen. Die Bürger sollen weitgehend vom Arbeitskampf verschont bleiben.

Der Verdi-Verhandlungsführer Alfred Wohlfart sagte, er sei bereit gewesen, einer 39-Stunden-Woche für alle 220.000 Beschäftigten zuzustimmen. Der Gewerkschaftsvorschlag habe für besonders belastete Berufsgruppen, etwa Krankenschwestern mit Nachtschichten, einen Entlastungstag pro Jahr enthalten. Die Arbeitgeber hätten diesem Kompromiss aber nach anfänglichem Interesse überraschend eine Absage erteilt. Wohlfart warf den Arbeitgebern vor, "das gesamte Tarifsystem aus den Angeln hebeln" und das Tarifrecht im öffentlichen Dienst zersplittern zu wollen.

Die beiden Schlichter Roland Sing und Claus Meissner hatten den Tarifparteien am späten Sonntagabend in Stuttgart eine Denkpause vorgeschlagen. Die Gewerkschaft Verdi und der Kommunale Arbeitgeberverband warfen sich gegenseitig vor, für das Scheitern der Schlichtungsverhandlung verantwortlich zu sein. (tso/dpa)

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