Politik : Tarja Halonen siegt in der Stichwahl mit knappem Vorsprung

In Finnland ist die Sozialdemokratin Tarja Halonen zur ersten Präsidentin des Landes gewählt worden. Die amtierende Außenministerin setzte sich bei der Stichwahl am Sonntag mit 51,6 zu 48,4 Prozent der Stimmen knapp gegen ihren konservativen Gegenkandidaten Esko Aho von der Zentrumspartei durch.

Halonen sagte, ihr Wahlsieg könne den Frauen Mut machen. Es habe sich gezeigt, dass Männer und Frauen jedes Amt gleich gut ausüben könnten. Vor der Wahl hatte Halonen erklärt, sie wolle die enge Zusammenarbeit ihres Vorgängers Martti Ahtisaari mit der Europäischen Union (EU) und den USA fortsetzen. Ihre sechsjährige Amtszeit beginnt im März.

Halonen gehörte in den sechziger Jahren zur radikalen Linken und ist allein erziehende Mutter. Die 56-Jährige unterstützt die Forderungen von Homosexuellen nach mehr Rechten. Im Wahlkampf hatte sie dafür geworben, das Amt des Präsidenten erstmals mit einer Frau zu besetzen. Das Präsidentenamt galt als letzte männliche Bastion des Landes. Die Finninnen gehörten zu den ersten Frauen, die in Europa das Wahlrecht erhielten, und zwar im Jahr 1906. Ohne die Hilfe von Quotenregelungen haben Frauen in Finnland viele politische Ämter und mit 74 von 200 Mandaten mehr als ein Drittel der Sitze im Parlament.

Im Wahlkampf hatten Halonen und Ex-Ministerpräsident Aho gegensätzliche Positionen zur Regierungsbeteiligung der rechtspopulistischen FPÖ von Jörg Haider in Österreich eingenommen. Halonen hatte sich der Kritik der EU angeschlossen.

Dagegen hatte der 46-jährige Aho von einer Einmischung der EU in die Angelegenheiten eines Mitgliedslandes gesprochen. Dies verglich er mit der Art, wie die Sowjetunion während des Kalten Kriegs Einfluss auf die finnische Innenpolitik genommen habe.

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