Politik : Tausende protestieren gegen Rechte

-

Berlin - Tausende Bürger haben am 1. Mai in mehreren Städten gegen Aufmärsche der rechten Szene demonstriert. In einigen Kommunen kam es zu Ausschreitungen linker Demonstranten. Der bayerische Innenminister Günther Beckstein (CSU) rief die Bürger bei einer Gegenkundgebung in Nürnberg dazu auf, die Demokratie gegen Rechtsextremisten zu verteidigen. Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Michael Sommer, bekräftigte in Dortmund seine Forderung nach einem Verbot der NPD.

In Nürnberg traten rund 5000 Demonstranten gegen einen Aufmarsch von rund 200 Anhängern der rechtsextremen NPD an. Beckstein sagte: „Wenn es gegen alte und neue Nazis geht, müssen die Demokraten zusammenstehen.“ Seine Rede wurde von Sprechchören aus Gruppen von linken und autonomen Demonstranten gestört. Insgesamt gab es 18 Festnahmen. In Erfurt blockierten am Nachmittag mehr als 1000 zumeist jugendliche Demonstranten auf einer Straßenkreuzung den Weitermarsch von etwa 1300 Rechtsextremen. Überdies bildeten rund 2500 Erfurter an der geplanten Aufmarschstrecke ein Spalier, um ihre Ablehnung zu demonstrieren. Weitere 1500 Demonstranten waren einem Aufruf zu einem Protestmarsch auf einer anderen Wegstrecke durch Erfurt gefolgt.

Während der genehmigten Aufmärsche der rechtsextremen NPD in Raunheim und Rüsselsheim in Hessen kam es zu Ausschreitungen von Gegendemonstranten. Die Polizei nahm 43 Demonstranten fest. In Dortmund demonstrierten rund 1800 Menschen gegen einen zeitgleichen Aufmarsch der rechten Szene. Mehrere Bahnstrecken wurden gesperrt, nachdem Demonstranten nach Angaben der Deutschen Bahn Gegenstände auf Gleise legten und Feuer entzündeten. Weitere Demonstrationen gegen Rechts mit jeweils mehreren hundert Teilnehmern gab es unter anderem auch in Leipzig, Bad Bramstedt (Schleswig- Holstein) und Neubrandenburg (Mecklenburg-Vorpommern). dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben