Politik : Teheran will auf eigene Urananreicherung verzichten

-

Teheran/Wien Im Streit um sein Atomprogramm hat Iran einen Kompromissvorschlag in Aussicht gestellt. Präsident Mahmud Ahmadinedschad werde der UN-Vollversammlung in New York am Samstag vorschlagen, dass Iran bei seinem Nuklearprogramm künftig mit anderen Ländern zusammenarbeitet. Das verlautete am Freitag aus informierten Kreisen in Teheran. Demnach würde sich Iran auf die Umwandlung von Uran in das Anreicherungsgas Uranhexafluorid konzentrieren. Die eigentliche Anreicherung könnte in anderen Ländern vorgenommen werden.

Dafür kämen nach Ansicht von Beobachtern vor allem Russland, China, Pakistan, Indien oder Südafrika in Frage. Angereichertes Uran kann je nach Grad der Anreicherung als Brennstoff für Kernkraftwerke oder zum Bau von Atomwaffen verwendet werden.

Wie es in Teheran weiter hieß, sei Iran bereit, den Vereinten Nationen ein Garantieschreiben zu übergeben, dass das Land seine Atomtechnologie nur für friedliche Zwecke nutzen wird. Vor allem die USA haben Teheran vorgeworfen, seit Jahren heimlich an der Entwicklung der Atombombe zu arbeiten.

Zu dem Vorschlag gehöre auch eine internationale Ausschreibung für mindestens zwei weitere Atomkraftwerke nach dem Modell von Buschir. Alle Projekte sollen danach in enger Zusammenarbeit und unter Aufsicht der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEO) sowie im Einklang mit dem Atomwaffensperrvertrag ausgeführt werden. Im Gegenzug fordere Teheran die Anerkennung seines Rechts auf Atomtechnologie. Außerdem müsse der „Fall Iran“ bei der IAEO ad acta gelegt werden.

Die Ankündigung hat die Ausgangslage vor der am Montag beginnenden Herbsttagung der IAEO in Wien verändert. Europäische Diplomaten gingen am Freitag davon aus, dass die geplante Forderung, den Fall Iran vor den UN-Sicherheitsrat zu bringen, keine Mehrheit bei der Tagung finden dürfte.

Die Gespräche zwischen Iran und der EU waren im August abgebrochen worden, nachdem Teheran in der Atomanlage bei Isfahan wieder mit der Uranumwandlung begonnen hatte. Bundesaußenminister Joschka Fischer hatte in New York erklärt, die für die EU verhandelnden Länder Deutschland, Frankreich und Großbritannien seien zu weiteren Gesprächen bereit. dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar