Politik : Telekom: Noch härter sparen

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Bonn (dpa). Nach dem Führungswechsel an der Spitze der Deutschen Telekom geben sich Regierung und Opposition gegenseitig die Schuld an dem tagelangen Personalstreit. Die Bundesregierung wies den Vorwurf der politischen Einmischung jedoch zurück. Regierungssprecher Uwe Karsten Heye sagte auf die Frage, ob Bundeskanzler Gerhard Schröder mit Wirtschaftsführern mit dem Ziel telefoniert habe, einen Nachfolger für Sommer zu finden: „Nein, das ist mir wenigstens nicht bekannt.“ Die Bundesregierung habe in dem Verfahren um die Ablösung Sommers „keine eigenen Entscheidungen getroffen.“ Schröder begrüßte den Wechsel an der Telekom-Spitze von Ron Sommer zum 72-jährigen Ex-Aufsichtsratschef Helmut Sihler.

Unions-Kanzlerkandidat Edmund Stoiber (CSU) warf dem Kanzler „dilettantisches Vorgehen“ vor. Zugleich wies Stoiber Vorwürfe aus der SPD zurück, seinerseits die Debatte um eine Ablösung Sommers angezettelt zu haben. „Diesen Schuh ziehe ich mir nicht an“, sagte Stoiber am Mittwoch am Rande der CSU-Klausur im oberfränkischen Kloster Banz.

Der Deutschen Telekom steht nach dem Führungswechsel eine Neuausrichtung mit harten Einschnitten bevor. „Die Stichworte sind: Kostensenkungen, Qualitäts- und Effizienzsteigerung und Schuldenabbau“, sagte Aufsichtsratschef Hans-Dietrich Winkhaus am Mittwoch in der ARD. Die Basis seien „ein sehr gutes operatives Geschäft, aber auch der Verkauf der Kabelnetze“. Einzelheiten zu dem Sparkurs wurden zunächst nicht genannt. Winkhaus betonte indes, Hintergrund für den Wechsel sei „ein gewisser Vertrauensverlust“ in Konzernchef Sommer und die Notwendigkeit einer „Neuausrichtung“ der Telekom gewesen.

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