Politik : Temelin: Akw nach Panne abgeschaltet

Der erste Reaktorblock des umstrittenen tschechischen Atomkraftwerks Temelin ist in der Nacht zum Samstag nach einem Pumpenausfall im Sekundärkreislauf automatisch abgeschaltet worden. Nach Angaben von Akw-Sprecher Milan Nebesar bestand keine Gefahr für die Bevölkerung. Die Panne trat etwa drei Stunden nach einer Mitteilung der tschechischen Atomsicherheitsbehörde (SUJB) auf, wonach die Leistung in dem Reaktor bis auf 30 Prozent der nominellen Höchststufe von 1000 Megawatt gesteigert werden dürfe. Zum Zeitpunkt des Pumpenausfalls lag die Leistung des Reaktorblocks dem Sprecher zufolge bei 18 Prozent.

Österreichische, deutsche und tschechische Atomkraftgegner wollten am Samstagnachmittag an mehreren Grenzübergängen gegen Temelin demonstrieren. Auf Blockadeaktionen an der Grenze aus Protest gegen den umstrittenen südböhmischen Atommeiler sollte diesmal jedoch verzichtet werden. Österreich und Tschechien hatten sich am Mittwoch darauf geeinigt, das Atomkraftwerk unter Aufsicht der Europäischen Union auf sein Gefahrenpotenzial überprüfen zu lassen.

Temelin soll demnach nur dann den kommerziellen Betrieb aufnehmen, wenn die Umwelt- und Sicherheitsüberprüfung positiv ausfällt. Der Sicherheitscheck soll spätestens im Juni 2001 abgeschlossen sein. Die Umweltschützer kritisieren, dass das Abkommen keinen Stopp des Reaktors vorsieht, der sich seit Anfang Oktober im Probebetrieb befindet.

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