Politik : Tempelhof soll am 30. Oktober schließen

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Berlin Auf dem Berliner Flughafen Tempelhof soll der Betrieb nach einem Beschluss der Luftfahrtbehörde am 30. Oktober eingestellt werden. Die Luftfahrtbehörde hat die Flughafengesellschaft auf deren Antrag aus der Betriebspflicht entlassen, teilte der Senat am Mittwoch mit. Gegen den Bescheid wollen alle elf in Tempelhof vertretenen Fluggesellschaften klagen. In einem Eilverfahren wollen sie zudem den angeordneten sofortigen Vollzug der Befreiung aus der Betriebspflicht anfechten. Unabhängig davon haben mehrere Gesellschaften mit der DBA und Germania an der Spitze angeboten, Tempelhof in eigener Regie zu betreiben, bis in Schönefeld der neue Flughafen eröffnet wird. Dies ist für Ende 2010 vorgesehen.

Nach Ansicht der Tempelhofer Fluggesellschaften gibt Berlin mit Tempelhof einen Standortvorteil auf. Dem Senat werfen sie vor, am Angebot der Gesellschaften, den Betrieb in eigener Regie zu übernehmen, nicht interessiert zu sein. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) sowie die CDU und die FDP bezeichneten den Beschluss zur Betriebsaufgabe als Fehler. Bereits Ende 1997 hatte die Flughafengesellschaft im Einverständnis mit den Eigentümern – Bund, Berlin und Brandenburg – beantragt, den Flughafen zu schließen. Um das Verfahren zu verkürzen, wollte sie sich später nur von der Betriebspflicht befreien lassen. Das förmliche Schließungsverfahren läuft unabhängig davon jetzt weiter. Die Flughafengesellschaft begründete ihren Rückzugsantrag mit den jährlich entstehenden Verlusten in Höhe von etwa 15 Millionen Euro. kt

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