Terror : 21 Polizisten bei Anschlag in Afghanistan getötet

Bei einem der schwersten Anschläge auf Sicherheitskräfte seit Monaten sind im Süden Afghanistans 21 Polizisten getötet worden.

Sarah Kramer

Kandahar/ BerlinBei einem der schwersten Anschläge auf Sicherheitskräfte seit Monaten sind im Süden Afghanistans 21 Polizisten getötet worden. Acht weitere Polizisten wurden nach offiziellen Angaben verletzt, als sich der mit einer Uniform bekleidete Attentäter am Montag auf einem Polizeigelände in die Luft sprengte. Die radikalislamischen Taliban bekannten sich zu dem Anschlag in Tirin Kot, der Hauptstadt der Provinz Urusgan. In der Unruheregion sind niederländische und australische Sol daten der internationalen Afghanistanschutztruppe Isaf stationiert.

Die Sicherheitslage in Afghanistan hat sich in den vergangenen zwölf Wochen allerdings nicht verschärft, wie aus Zahlen hervorgeht, die dem Tagesspiegel vorliegen. Nach Informationen aus deutschen Sicherheitskreisen ging die Zahl „sicherheitsrelevanter Vorfälle“ gegen Isaf-Soldaten im gesamten Land vielmehr von 267 (Anfang November 2008) auf 165 (Ende Januar 2009) zurück. Lediglich im direkten Vergleich der letzten beiden Januar wochen dieses Jahres ist eine Zunahme der Vorfälle um 30 Angriffe zu verzeichnen. Ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums (BMVg) führte den durchschnittlichen Rückgang der Attacken auf Isaf in den vergangenen Monaten auf die winterliche Witterung zurück.

Im Norden Afghanistans, wo die Bundeswehr Führungsnation ist, weist die Sicherheitsstatistik der vergangenen Jahre regional große Unterschiede auf. Insgesamt hat sich die Zahl der Angriffe auf das deutsche Isaf-Kontingent laut BMVg innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt: 2007 waren es 21 Anschläge, 43 im Jahr 2008. In Kundus, wo die Bundeswehr ein Feldlager betreibt, stieg die Zahl von neun Angriffen (2007) auf 31 im Jahr 2008. In Faizabad dagegen gab es 2008 mit sechs Anschlägen auf Bundeswehr-Soldaten drei weniger als im Vorjahr. 

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