Terror-Allianz : IS akzeptiert Treueschwur von Boko Haram

Die Terrorgruppe Boko Haram aus Nigeria hat sich der Führung des IS unterworfen. Dessen Oberhaupt al-Bagdadi hat den Eid nun offiziell angenommen - und ruft seine Anhänger zum Kampf in Afrika auf.

Abu Bakr al-Baghdadi, der selbsternannte Kalif des Islamischen Staats
Abu Bakr al-Baghdadi, der selbsternannte Kalif des Islamischen StaatsFoto: dpa

Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hat den Treueschwur der nigerianischen Extremistengruppe Boko Haram begrüßt und offiziell angenommen. Die Gruppe veröffentlichte am Donnerstag in sozialen Netzwerken eine Audiobotschaft, in der IS-Sprecher Mohammed al-Adnani zu hören sein soll. Dieser verkündet darin die "gute Neuigkeit der Ausweitung des Kalifats auf Westafrika". Die Erfolge der Militärkoalition im Kampf gegen den IS bezeichnet er als unbedeutend.

Der Anführer des IS, Abu Bakr al-Bagdadi, habe den Eid der Gefolgschaft der "Brüder" von Boko Haram "akzeptiert", sagt al-Adnani in der knapp 30-minütigen Aufnahme. Darin ruft er auch Muslime dazu auf, sich nach Westafrika zu begeben und sich den dort kämpfenden Boko-Haram-Mitgliedern anzuschließen. "Unser Kalifat setzt sich zur Wehr und stößt in die richtige Richtung vor", sagt al-Adnani. Der Kampf gegen Schiiten und die "Kreuzritter" werde fortgesetzt.

IS-Sprecher redet Rückschläge im Irak klein

Der IS hatte im Sommer vergangenen Jahres große Gebiete im Irak und in Syrien unter seine Kontrolle gebracht und herrscht in dem dort ausgerufenen Kalifat mit brutaler Hand. Eine von den USA angeführte internationale Militärkoalition geht seit mehreren Monaten gegen IS-Stellungen vor. Al-Adnani bezeichnete die "von der Koalition ausgerufenen Siege" im Kampf gegen die Miliz allerdings als "Illusionen". Im Irak seien nur "wenige Zoll Land" von den Regierungstruppen zurückerobert worden.

Die nigerianische Gruppe Boko Haram hatte dem IS in einer am Wochenende veröffentlichten Botschaft ihre Gefolgschaft zugesichert. Boko Haram kämpft seit Jahren gewaltsam für einen islamischen Staat im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias. Schon seit dem vergangenen Jahr gab es Anzeichen, dass Boko Haram eine Annäherung an die Dschihadistenmiliz IS anstrebt.

Militär kämpft für Rückeroberung von Tikrit

Seit knapp zwei Wochen läuft im Irak eine Offensive zur Rückeroberung der Stadt Tikrit nördlich von Bagdad aus den Händen des IS. Tausende irakische Soldaten sind im Einsatz, es ist der bislang größte Militäreinsatz gegen die Dschihadistenmiliz. Am Donnerstag erklärte das irakische Militär, an der Rückeroberung von Tikrit bestehe kein Zweifel. "Die Zeit ist auf unserer Seite", erklärte Verteidigungsminister Chaled al-Obeidi. Polizeigeneral Bahaa al-Assaui sagte der Nachrichtenagentur AFP, Tikrit sei "von allen Seiten umzingelt". Jedoch solle "nichts überstürzt" werden.

US-Außenminister John Kerry wurde am Freitag in Ägypten zu einem Wirtschaftstreffen erwartet. Nach Angaben aus Washington sollte es bei einem Treffen mit Staatspräsident Abdel Fattah al-Sisi auch um den Kampf gegen den IS gehen. (AFP)

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