Politik : Terror-Anschläge auf US-Botschaften

NAIROBI/BERLIN (Tsp).Bei fast zeitgleichen Anschlägen auf die US-Botschaften in den ostafrikanischen Nachbarstaaten Kenia und Tansania sind am Freitag etwa 80 Menschen getötet und tausend verletzt worden.Das US-Außenministerium geht davon aus, daß die Explosionen in Nairobi und Daressalam durch mindestens zwei Autobomben ausgelöst wurden.Es gebe aber bislang keine Hinweise auf die Hintergründe.Präsident Clinton sagte, er werde alles tun, um die Verantwortlichen vor Gericht zu bringen.

In Nairobi wurde ein fünfstöckiges Bürogebäude neben der US-Botschaft völlig zerstört, die Mission selbst stark in Mitleidenschaft gezogen.Wie eine Sprecherin des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) in Nairobi mitteilte, wurden in der kenianischen Hauptstadt mindestens 40 Menschen getötet.Zahlreiche Tote werden allerding noch in den Trümmern vermutet.Etwa 1000 zumeist schwerverletzte Personen seien in Krankenhäuser eingeliefert worden, sagte die Sprecherin des Roten Kreuzes weiter.In Daressalam stürzte ein Flügel der US-Botschaft ein.Bei dem Anschlag in der tansanischen Hauptstadt wurden insgesamt sechs Menschen getötet.Der kenianische Präsident Daniel Arap Moi verurteilte den Anschlag und erklärte, der Staat werde alles tun, um die Täter hinter Schloß und Riegel zu bringen.In den USA sagte ein Sprecher des Außenministeriums, unter den Opfern gebe es tote und verletzte US-Bürger.

Ein Sprecher der deutschen Botschaft in Nairobi sagte am Freitag dem Tagesspiegel, daß es keine Informationen über deutsche Opfer gebe.Die Botschaft stünde allerdings in laufendem Kontakt mit den Krankenhäusern und Behörden.Die deutsche Botschaft liegt etwa drei Kilometer Luftlinie von der US-Botschaft entfernt."Die Detonationswelle hat sofort das Gebäude der Deutschen Botschaft erreicht."

Bei dem Anschlag in Daressalam sind nach Angaben eines Sprechers des Auswärtigen Amts drei Gebäude beschädigt worden, die zur deutschen Botschaft gehören - darunter auch die Residenz des Botschafters.Informationen über Verletzte unter den Botschaftsmitarbeitern lägen nicht vor.Deutschlands Vertretung sei aber nicht Ziel des Anschlags gewesen; die Bomben hätten eindeutig den Amerikanern gegolten.Die Beschädigungen an deutschen Häusern seien "ein Nebeneffekt".

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