Terror : Anschlag auf Irans Revolutionsgarden – Dutzende Tote

Ein Selbstmordattentäter hat in Iran eine Einheit der Revolutionswächter angegriffen. Dutzende Soldaten wurden getötet, darunter mehrere ranghohe Kommandeure.

Die Zahl der Toten beim Anschlag auf die paramilitärischen Revolutionsgarden hat sich nach neusten Berichten staatlicher Medien auf mindestens 42 erhöht. Dies berichtete der iranische Fernsehsender Press TV in der Nacht zum Montag. Unter den Tote sind den Angaben zufolge auch sieben Kommandeure der Gardisten.

Der Anschlag ereignete sich in der Provinz Sistan-Balutschistan im Südosten Irans. Die Kommandeure waren den Berichten zufolge auf dem Weg zu einem Treffen mit sunnitischen Stammesführern in Pischin. Unterwegs habe ein einzelner Selbstmordattentäter die Gruppe angegriffen und sich in die Luft gesprengt. Auch Stammesälteste sollen dabei gestorben sein.

Dem Staatsfernsehen zufolge haben sich sunnitische Rebellen zu der Bluttat bekannt. Die Gruppe "Dschundollah" (Gottes Soldaten) habe die Verantwortung für die Tat übernommen, hieß es. Die Revolutionsgarden, auch "Pasdaran" genannt, hatten zuvor in einer Erklärung "Elementen mit Bezug zur globalen Arroganz" – gemeint sind die USA und Großbritannien – vorgeworfen, für den Anschlag verantwortlich zu sein, ohne Einzelheiten zu nennen.

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad verurteilte den Anschlag und kündigte eine harte Reaktion an. Die "terroristischen Elemente" hinter der Tat bekämen bald eine "entschiedene Antwort", sagte Ahmadinedschad, berichtete Fars. Auch die USA verurteilten die Bluttat. Berichte über eine angebliche US-Beteiligung wurden vom Sprecher Ian Kelly als "völlig falsch" zurückgewiesen.

Die Pasdaran wurden im Zuge der Islamischen Revolution gegründet und gelten als militärischer Arm der konservativen Elite Irans. Auch Ahmadineschad ging einst aus der 120.000 Mann starken Armee hervor. In seiner Amtszeit berief er ehemalige Pasdaran-Kommandeure zu Ministern oder Provinzgouverneuren, zudem kontrollieren die Paramilitärs große Teile der iranischen Wirtschaft.

Den Dschundollah wurden in der Region bereits mehrere Anschläge zur Last gelegt. Einige Experten bringen die Gruppe mit den Taliban in Pakistan in Verbindung. Die sunnitischen Dschundollah opponieren gegen die schiitische Regierung in Teheran, sollen aber auch Verbindungen zum Drogenhandel haben.

Sistan-Balutschistan gilt als Haupttransitroute für den Rauschgiftschmuggel von Afghanistan und Pakistan nach Europa. Häufig kommt es hier zu Gefechten zwischen den Banden und iranischen Sicherheitskräften.

Derzeit sitzt Abdul-Hamid Rigi, der Bruder von Dschundollah-Anführer Abdulmalik Rigi, wegen Mordes, Entführung und Drogenhandel in der Todeszelle. Erst im Juli waren 13 Mitglieder der Gruppierung in Zahedan hingerichtet worden. 

Quelle: ZEIT ONLINE, dpa, Reuters

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