Terror : CIA hatte Organisation der Sauerlandgruppe unterwandert

Berlin - Nachrichtendienste waren offenbar schon früh in die Pläne jener islamistischen Terrorverschwörer eingeweiht, die im vergangenen Jahr massive Anschläge in Deutschland geplant hatten. Wie das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ jetzt berichtet, soll die IJU, die „Islamische Dschihad Union“ (IJU), der die Verschwörer der sogenannten Sauerlandgruppe angehören, von Geheimdiensten und der Polizei unterwandert worden sein. In der vergangenen Woche hatte die Bundesanwaltschaft (BAW) die Anklage gegen die Islamisten präsentiert.

Eine Lieferung von Zündern an die Gruppe sei vom US-Geheimdienst CIA und einem türkischen Geheimdienst überwacht worden. Zudem sei einer der Islamisten, die die Zünder in Istanbul besorgt haben sollen, seit zwei Jahren Informant der amerikanischen und türkischen Sicherheitsbehörden, berichtet das Magazin. Nach der Identifizierung der Terrorzelle im süddeutschen Raum solle außerdem die deutsche Polizei zwei Vertrauenspersonen auf einen der jetzt Angeklagten, den 22-jährigen Daniel Schneider, angesetzt haben. Einer der Informanten soll für sechs Wochen in eine Saarbrücker Wohngemeinschaft, in der sich Schneider aufgehalten habe, gezogen sein. Von dort aus solle er Details über Schneiders Tagesablauf weitergeleitet haben.

Die Sauerlandgruppe soll nach Angaben der BAW Bombenanschläge in Frankfurt, Dortmund, Düsseldorf, Stuttgart, München, Köln und in Ramstein, Sitz eines US-Luftwaffenstützpunktes, erwogen haben. Den beiden zum Islam konvertierten Deutschen Fitz Gelowicz (29) und Daniel Schneider sowie dem 29-jährigen Türken Adem Yilmaz wird Mitgliedschaft in einer inländischen terroristischen Vereinigung, die Vorbereitung eines Sprengstoffverbrechens und eines Mordes vorgeworfen. Tsp/dpa

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