Terror der Islamisten in Afrika : Boko-Haram-Kämpfer nehmen in Kamerun bis zu 80 Geiseln

Es ist der bisher vermutlich schwerste Angriff der nigerianischen Islamisten im Nachbarland Kamerun: Boko-Haram-Kämpfer nehmen offenbar bis zu 80 Geiseln. Bei den meisten Entführten soll es sich um Frauen und Kinder handeln. .

Er kennt keine Gnade: Der Führer der Terrormiliz Boko Haram, Abubakar Shekau - hier auf einem Archivbild.
Er kennt keine Gnade: Der Führer der Terrormiliz Boko Haram, Abubakar Shekau - hier auf einem Archivbild.Foto: AFP

Islamistische Kämpfer der Terrorsekte Boko Haram aus Nigeria haben im Nachbarland Kamerun nach Armeeangaben 80 Menschen entführt, die meisten von ihnen Kinder. Die Angreifer seien am Sonntagmorgen in mehrere Dörfer entlang der durchlässigen Grenze eingerückt, sagte ein im Norden Kameruns stationierter hochrangiger Offizier der Nachrichtenagentur Reuters. Mit Soldaten hätten sie sich ein etwa zweistündiges Feuergefecht geliefert.

Ersten Informationen zufolge seien rund 30 Erwachsene, die meisten von ihnen Hirten, und 50 Mädchen und Jungen im Alter von zehn bis 15 Jahren verschleppt worden. Ein Regierungssprecher bestätigte den Angriff. Mindestens drei Menschen seien getötet und etwa 80 Häuser zerstört worden.


Es ist einer der schwersten Zwischenfälle auf kamerunischen Gebiet seit die radikal-islamische Gruppe Boko Haram im vergangenen Jahr damit begann, auch über die nigerianische Grenze hinweg verstärkt Angriffe zu verüben. Am späten Samstagabend traf ein Armeekontingent aus dem Tschad im Norden Kameruns ein, um das Land beim Grenzschutz zu unterstützen.
Boko Haram hat in den vergangenen Jahren häufig vor allem junge Menschen verschleppt. Jungs wurden Sicherheitsexperten zufolge als Kämpfer zwangsrekrutiert, Mädchen in die Sexsklaverei gezwungen. International schockierte insbesondere die Verschleppung von rund 276 Schülerinnen im April. 211 sind noch verschollen.
Gleichzeitig verübt die Miliz auch immer wieder schwere Anschläge. Am Sonntag wurden im Nordosten Nigerias bei einem Selbstmordangriff vier Menschen getötet und 35 verletzt, wie die Polizei mitteilte. Zu der Tat bekannte sich zunächst niemand. Der Verdacht fiel aber auch diesmal auf Boko Haram. rtr

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