Politik : Terror gegen USA: "Staatliche Logistik"

Elke Windisch

Zum Thema Online Spezial: Terror gegen Amerika
Fotos: Der Anschlag auf das WTC und das Pentagon
Chronologie: Die Anschlagserie gegen die USA
Reaktionen: Weltweites Entsetzen
Hintergrund: Terrorangriffe auf Ziele der USA Die Regie für die Tragödie in den USA hätte besser geklappt als bei Massenszenen in Sci-Fi-Produktionen Hollywoods, meinen Politiker in Moskau. Schon allein deshalb sei wenig wahrscheinlich, dass Ossama bin Laden als Drahtzieher dabei fungierte, obwohl er vor knapp einem Monat öffentlich mit Derartigem gedroht hatte. Doch das reale Potenzial bin Ladens, dessen Bedeutung im Westen ohnehin maßlos überschätzt wird, reicht nicht einmal zusammen mit der geballten Macht der afghanischen Taliban (deren Kampfjets zudem von Pakistanis geflogen werden) für ein derartiges "Meisterstück" des Terrorismus. Dazu, so gut informierte Quellen in Moskau, mussten "staatliche Ressourcen und Logistik" mobilisiert worden sein. Hinzu kommt, dass hinter jedem Terrorakt konkrete Interessen stehen. Die Taliban aber haben gegenwärtig weniger denn je einen Grund, ihr ohnehin extrem gespanntes Verhältnis zu den USA weiter zu belasten. Zum einen, weil die Lage ihrer wichtigsten Basen bekannt ist und punktgenaue Bombenschläge mit dem Taliban-Spuk schnell aufräumen könnten. Vor allem aber, weil ihnen unter dem Druck von UN-Embargo und internationaler Isolation schon jetzt der Rückhalt bei Afghanistans Bevölkerung abhanden kommt. Einflussreiche Führer der paschtunischen Bevölkerungsmehrheit, die die Taliban zunächst als Ordnungsfaktor begrüßten, wenden sich jetzt von ihnen ab.

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