Politik : Terror im Jemen: Anschlag auf US-Zerstörer

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Bei einem Terroranschlag sind am Donnerstag vier Angehörige der US-Marine getötet und 30 verletzt worden. Während das US-Kriegsschiff USS Cole zum Auftanken im Hafen der südjemenitischen Stadt Aden lag, wurde es von einem kleinen Plastikschlauchboot, einem sogenannten Zodiac, am Heck gerammt. Das Schlauchboot war mit Sprengstoff beladen. Die Explosion riss ein sieben auf 13 Meter großes Loch in die Seite der USS Cole, deren Heimathafen Norfolk im US-Bundesstaat Virginia ist.

Präsident Clinton wurde kurz nach sieben Uhr morgens Ortszeit von Sicherheitsberater Sandy Berger über den Anschlag auf den US-Zerstörer informiert. Clinton telefonierte mehrfach mit Verteidigungsminister Bill Cohen. Er wies Pentagon und CIA an, alle Möglichkeiten darauf zu verwenden, die Urheber des Anschlags ausfindig zu machen.

Stanley Bedlington, ein ehemaliger ranghoher CIA-Mitarbeiter, sagte im US-Fernsehen: "Wir machen zwar gern Osama bin Laden für jeden Terroranschlag verantwortlich, aber dies trägt nun wirklich seine Handschrift." Es habe spezifische Drohungen des staatenlosen Islamisten gegeben. Der ehemalige Saudi verfüge über das Geld und die Logistik, solche Anschläge zu planen und auszuführen. Von Osama bin Laden, der sich gewöhnlich in Afghanistan aufhält, ist bekannt, dass er enge Kontakte zur Terrorgruppe "Jemenitischer Islamischer Jihad" unterhält.

CIA-Chef George Tenet, der am Donnerstag mit Jassir Arafat in Gaza sprach, hatte vor kurzem gesagt, es sei nur eine Frage des Zeitpunktes, wann Osama bin Laden das nächste Mal zuschlage.

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