Terror in Afghanistan : Taliban töten gezielt UN-Mitarbeiter in Kabul

Bei einem Angriff der islamistischen Taliban auf ein Gästehaus in Kabul sind sechs Menschen getötet und zahlreiche verletzt worden. Die Taliban drohen mit weiteren Anschlägen.

Die islamistischen Taliban hatten sich am Mittwochmorgen in dem Gebäude im Zentrum der afghanischen Hauptstadt Kabul verschanzt. Sieben Angreifer sollen in das Gebäude eingedrungen sein und das Feuer eröffnet haben, berichtete ein Polizist. Die Taliban lieferten sich anschließend Gefechte mit den afghanischen Sicherheitskräften. Dabei seien mindestens sechs Menschen getötet worden.

Der Sprecher der UN-Mission in Afghanistan (UNAMA), Aleem Siddique, sagte, bei dem Angriff seien weitere Mitarbeiter verletzt worden. Auch afghanische Polizisten sind unter den Verletzten. Unklar ist bislang, aus welchen Ländern die Toten und Verletzten stammten. Die Kämpfe wurden inzwischen beendet.

Neben den heftigen Schusswechseln im Gästehaus waren in Kabul auch mehrere Explosionen zu hören, über den Dächern der Hauptstadt stieg schwarzer Rauch auf. Augenzeugen und Sicherheitskreisen berichteten, dass mindestens eine Rakete auf ein weiteres Hotel in ausländischem Besitz abgefeuert wurde, das in der Nähe des Präsidentenpalastes in der afghanischen Hauptstadt liegt. Mehr als 100 Menschen seien in einen unterirdischen Bunker gebracht worden, sagte ein ausländischer Hotelgast. Von Toten oder Verletzten sei aber nichts erkennbar.

Zu dem Angriff auf das Gästehaus bekannten sich die Taliban. Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid sagte, der Angriff auf das Gästehaus sei die erste Aktion der Aufständischen gegen die Stichwahl am 7. November gewesen. Fünf mit Sprengstoffwesten ausgestattete und bewaffnete Angreifer hätten das Gästehaus gestürmt. Die Opfer dieses Angriffs hätten bei der Vorbereitung der Wahl mitgeholfen. Die Aufständischen hätten alle Afghanen und Ausländer davor gewarnt, dass sie dadurch zum Ziel würden, so Mudschahid. Die Taliban-Kämpfer hätten außerdem Raketen auf das einzige Fünf-Sterne Hotel des Landes abgefeuert.

Zudem hieß es in einer Botschaft der Taliban, mehrere Mitglieder des Selbstmordkommandos hätten UN-Mitarbeiter als Geiseln genommen. Ob sich aber tatsächlich noch Geiseln in der Gewalt der Extremisten befinden, ist bislang unklar.

In Afghanistan steht in eineinhalb Wochen die Stichwahl um das Präsidentenamt an. Die Taliban hatten mehrfach angekündigt, die Abstimmung am 7. November zu stören. Bereits vor der ersten Wahlrunde am 20. August hatten die Aufständischen ihre Angriffe in der afghanischen Hauptstadt und in anderen Landesteilen deutlich verschärft.

Quelle: ZEIT ONLINE, Reuters, dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben