Terror in Großbritannien : London verhängt höchste Terrorwarnstufe

Es gibt offenbar eine Verbindung zwischen den Autobomben in London und dem Anschlag in Glasgow. Die Regierung verhängte daraufhin die höchste Terrorwarnstufe. Die Polizei hat vier Personen festgenommen.

London
Höchste Terrorwarnstufe: Offenbar gibt es Verbindungen zwischen den Autobomben in London und dem Anschlag in Glasgow. -Foto: AFP

LondonIn Großbritannien herrscht weiterhin höchste Terrorwarnstufe. Nach einem Brandanschlag auf den Flughafen Glasgow und zwei verhinderten Anschlägen mit Autobomben in London befürchteten die britischen Behörden eine neue Welle des Terrors, zwei Jahre nach den Bombenanschlägen in der Londoner U-Bahn und einem Bus mit insgesamt 52 Toten. Die Polizei bestätigte, dass eine Verbindung zwischen dem Terroranschlag auf den schottischen Flughafen und den vereitelten Anschlägen in London besteht. In Cheshire im Nordwesten des Landes gingen den Anti-Terror-Fahndern zwei Verdächtige ins Netz. Insgesamt wurden bereits vier Personen festgenommen.

Premierminister Gordon Brown rief die Briten zu Wachsamkeit auf. Es sei richtig, die Sicherheitsstufe an Flughäfen und belebten Plätzen heraufzusetzen, sagte er nach einer Sitzung des Sicherheitskabinetts. Am späten Abend wurde nach Glasgow auch der John-Lennon-Airport in Liverpool bis auf weiteres komplett gesperrt, nachdem die Polizei dort ein verdächtiges Fahrzeug entdeckt hatte. Auch im Stadtzentrum Liverpools soll es nach Augenzeugenberichten zu Sperrungen und Evakuierungen gekommen sein, weil ein Paket in der Nähe eines Hotels untersucht wurde.

Höchste Terrorwarnstufe verhängt

Die höchste Terrorwarnstufe - "kritisch" - bedeutet, dass die Sicherheitskräfte und alle Behörden des Landes jederzeit mit unmittelbar drohenden terroristischen Angriffen zu rechnen und sich darauf einzustellen haben. Die Polizei steht derzeit unter besonderer Belastung, weil in London an diesem Wochenende zahlreiche Großveranstaltungen abgehalten werden, darunter das Tennisturnier Wimbledon und ein Gedenkkonzert für die verstorbene Prinzessin Diana, zu dem am Sonntag zehntausende Besucher erwartet werden.

Bei dem Anschlag in Glasgow hatten die Täter ihr Ziel weitgehend verfehlt. Es gelang ihnen nicht, mit dem brennenden Wagen in die Terminalhalle vorzudringen, in der sich zahlreiche Passagiere aufhielten. Vor dem Terminal stürzten sich Passanten auf die beiden Insassen des Jeeps und hinderten diese an der Flucht. Die Polizei nahm die beiden Männer fest. Einer von ihnen erlitt Brandwunden und wurde in ein Krankenhaus gebracht. Er sei in "sehr kritischem" Zustand, sagte Glasgows Polizeichef Willie Rae. Bei dem Zwischenfall am Flughafen wurden weitere fünf Menschen verletzt.

Festnahmen in Cheshire

Am frühen Sonntagmorgen berichtete die Polizei von zwei weiteren Festnahmen. Zwei Verdächtige seien in Cheshire im Nordwesten des Landes von Antiterror-Beamten festgenommen worden, teilte die Polizei in London mit. Die Beiden stünden "im Zusammenhang mit den Ereignissen in London und Schottland". Ein Augenzeuge berichtete der BBC, dass die Festnahmen auf der Autobahn in Cheshire erfolgt seien.

Am Freitag hatte die Polizei in London zwei Autobomben aus Benzin, Gasflaschen und Nägeln in der Innenstadt gerade noch rechtzeitig entschärft. Die Bomben waren eher zufällig entdeckt worden. Die Explosionen hätten möglicherweise hunderte Menschen verletzt oder getötet. Nach Presseberichten hatten islamistische Kreise nur Stunden vor der Entdeckung der ersten Autobombe im Internet einen Anschlag in London angekündigt. (mit dpa)

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