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Terror in Norwegen : TV: Attentäter aus der Luft mit Tränengas betäubt

Wie das norwegische Fernsehen berichtet, ist der Attentäter von Antiterror-Spezialisten aus der Luft angegriffen und mit Tränengas betäubt worden. Die Polizei wollte zunächst nichts zu den Umständen der Festnahme sagen.

Trauer vor der Insel Utøya.Weitere Bilder anzeigen
Foto: dpa
25.07.2011 07:18Trauer vor der Insel Utøya.

Der mutmaßliche norwegische Attentäter ist nach offiziell unbestätigten Angaben von Antiterror-Spezialisten aus der Luft angegriffen und mit Tränengas betäubt worden. Der TV-Sender NRK berief sich am Samstag auf „Polizeikreise“ mit entsprechenden Angaben.

Die Spezialeinheit soll am Vortag sofort nach den ersten Meldungen über Schüsse per Hubschrauber zu der 40 Kilometer entfernten Insel Utoya geflogen sein. Die Polizei wollte nichts über die Umstände der Festnahme des als rechtsradikal eingestuften Norwegers mitteilen. Er wurde festgenommen und nach Oslo gebracht.

Im Sender NRK wurden Videobilder mit dem als Polizisten verkleideten 32-Jährigen gezeigt, wie er vor der Festnahme eine Pistole auf einen am Boden liegenden Jugendlichen richtet. Daneben liegen direkt am Wasser mehrere Verletzte oder Tote.

Die Zeitung "Verdens Gang" zitierte einen Freund des Mannes mit den Worten, Breivik sei vor einigen Jahren zum Rechtsextremisten und habe in Internetforen nationalistische Ansichten vertreten. Auf seiner mittlerweile gesperrten Facebook-Seite hatte Breivik angegeben, sich für Bodybuilding, konservative Politik und Freimaurerei zu interessieren. Am 17. Juli hinterließ der 32-Jährige in seinem Twitter-Account folgende Botschaft: "Eine einzelne Person mit einer Überzeugung ist so mächtig wie Hunderttausende, die nur Interessen verfolgen."

Die norwegische Polizei sucht nach einem möglichen zweiten Täter bei den Anschlägen vom Freitag. Das berichteten der TV-Sender NRK und die Nachrichtenagentur NTB unter Berufung auf die Polizei. Als Hintergrund wurden die Angaben von Augenzeugen genannt.

Nur wenige Stunden nach der Explosion in der Osloer Innenstadt betrat Breivik nach bisherigen Ermittlungsergebnissen in Polizeiuniform und bewaffnet die kleine Insel Utöya. Er hatte angegeben, wegen des Anschlags in Oslo die Sicherheit überprüfen zu wollen. "Wir waren alle im Haupthaus, um die Ereignisse in Oslo zu besprechen", berichtete die 16 Jahre alte Hana. "Plötzlich hörten wir Schüsse. Wir dachten zuerst an einen Streich. Dann aber begann jeder wegzulaufen", sagte sie der Zeitung "Aftenposten". Sie habe einen Polizisten gesehen. Der habe gesagt "Ich werde jeden kriegen" und habe angefangen zu schießen. "Wir rannten dann zum See und schwammen los." Was sich in den nächsten Minuten auf der Insel abspielte, ist kaum vorstellbar: Überlebende berichteten von Panik. Einige versuchten, sich in Gebäuden zu verstecken.

Andere rannten in die den Wald oder kletterte auf Bäume. "Wir fielen und stolperten durch Büsche und über große Steine", schrieb eine Überlebende später in ihrem Internet-Blog. "Ich habe viele Schrammen." Als die Schüsse näher gekommen seien, sei sie ins kalte Wasser gesprungen und später von einem Boot gerettet worden. Auch dort habe sie sich noch nicht sicher gefühlt.

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