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Terror in Norwegen : Zeuge: Attentäter kam mit zwei Waffen in Ferienlager

Mehr als 90 Menschen starben bei den Attentaten im Regierungsviertel von Oslo und auf der Insel Utoya. Der 32-jährige mutmaßliche Attentäter soll Kontakte zur rechten Szene unterhalten haben.

Trauer vor der Insel Utøya.Weitere Bilder anzeigen
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25.07.2011 07:18Trauer vor der Insel Utøya.

Wie die Polizei am Samstagmorgen mitteilte, wurden mindestens 84 Menschen auf der Fjordinsel Utoya von einem Angreifer getötet, sieben weitere starben zuvor bei einer schweren Bombenexplosion im Osloer Regierungsviertel. Die Ermittler gingen davon aus, dass ein festgenommener Norweger für beide Taten verantwortlich ist.

Der Attentäter ist offenbar mit einer Pistole und einem Gewehr ausgerüstet gewesen. Als Augenzeuge berichtete ein von der sozialdemokratischen Jugendorganisation AUF beauftragter Wachmann, der mutmaßliche Attentäter sei in einem silbergrauen Lieferwagen gekommen. Er habe sich an Land als Polizist ausgewiesen und über der entsprechenden Uniform auch eine schusssichere Weste getragen. Der 32-Jährige habe aber nie für die Polizei gearbeitet, sagte Polizeisprecher Are Frykholm. Er sei mit den zwei Waffen gekommen.

Weiter berichtete der als Wache fungierende Simon Brænden Mortensen: „Er sagte, er sei geschickt worden, um die Sicherheit zu überprüfen. Das sei reine Routine nach dem Anschlag in Oslo.“ Knapp zwei Stunden vorher war im Osloer Regierungsviertel eine Bombe detoniert, die nach Überzeugung der Polizei derselbe Täter platziert und ausgelöst hatte. Dabei starben sieben Menschen.

Anschläge in Norwegen: Reaktionen von Papst Benedikt XVI bis Wowereit
Papst Benedikt XVI hat die Anschläge von Norwegen als "Akte sinnloser Gewalt" verurteilt. Den Familien der Opfer sprach er in einem Telegramm sein Beileid aus. Er werde die Opfer und ihre Angehörigen in seine Gebete mit einschließen.Weitere Bilder anzeigen
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24.07.2011 15:48Papst Benedikt XVI hat die Anschläge von Norwegen als "Akte sinnloser Gewalt" verurteilt. Den Familien der Opfer sprach er in...

Der mutmaßliche Täter wurde mit einem Boot der Ferienlager-Organisation auf die kleine Insel Utøya gebracht, wo gut 600 Jugendliche ihre Ferien verbrachten. Dort schoss er als erstes in eine Versammlung, bei der die Jungen und Mädchen über den Anschlag in Oslo informiert werden sollten.

Der 32-Jährige wurde später von einer Antiterroreinheit festgenommen. Er soll nach Polizeiangaben rechtsnationalistisch und antiislamisch eingestellt sein. Über erste Verhöre hieß es, der Mann sei „aussagebereit“. Über seine Motive machte die Polizei noch keine Angaben.

Mindestens 84 Menschen seien auf Utoya zu Tode gekommen. „Wir schließen nicht aus, dass es noch mehr Tote gibt.“ Die Lage auf der Insel war extrem unübersichtlich. Zum Zeitpunkt der Tat am späten Freitagnachmittag herrschte dort das blanke Chaos. Viele der gut 560 Teilnehmer des Jugendcamps flüchteten sich aus Angst vor dem Angreifer ins Wasser oder suchten ein Versteck.

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