Terror in Paris : Was ist bisher bekannt?

Die Ermittlungsbehörden haben erste Spuren zu den Attentätern und den Hintermännern. Auch zu den Abläufen gibt es weitere Details. Ein Überblick.

Einschusslöcher am Café Bonne Bière.
Einschusslöcher am Café Bonne Bière.Foto: dpa

Wer steckt hinter den Anschlägen in Paris? Die Fahndung nach den Attentätern und den Drahtziehern läuft auf Hochtouren. Stück für Stück kommen mehr Details zu den Hintergründen ans Licht. Ein Überblick:

- Im Osten von Paris wurde laut Ermittlern ein Auto sichergestellt, das mutmaßlich als Fluchtauto diente. Fahnder fanden in dem Auto auch Kalaschnikows. Die Ermittler vermuten, dass ein Teil der Attentäter noch auf der Flucht sein könnten.

- In Brüssel gab es fünf Festnahmen. „Es ist anzunehmen, dass es sich um ein Netzwerk handelt“, sagte Françoise Schepmans am Sontag dem Rundfunksender RTBF. Nähere Informationen gab sie allerdings nicht. Die Staatsanwaltschaft hatte am Vorabend nach einer großen Polizeiaktion in Molenbeek bestätigt, dass eine Spur der Attentäter von Paris nach Belgien führt. Die Ermittler verwiesen darauf, dass die Pariser Behörden in vier konkreten Fällen in Brüssel um Amtshilfe gebeten hätten. Unter anderem sei es dabei um Informationen zu einem in Belgien angemeldeten Mietwagen gegangen, der in der Nähe der Pariser Konzerthalle „Bataclan“ gefunden worden war.

Terror in Paris - Solidarität in der ganzen Welt
Gedenkminute vor der französischen Botschaft in Rom. Überall in der Welt gedachten heute Menschen der Opfer der Terroranschläge von Paris.Weitere Bilder anzeigen
1 von 49Foto: Andreas Solaro/AFP
16.11.2015 16:10Gedenkminute vor der französischen Botschaft in Rom. Überall in der Welt gedachten heute Menschen der Opfer der Terroranschläge...

- Die Pariser Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass sich die Attentäter bewusst abgestimmt und auf drei Gruppen aufgeteilt haben, um die Anschläge am Stade de France, im Bataclan und den Restaurants und Bars zeitgleich auszuüben.

- Die Zahl der Todesopfer liegt derzeit bei 129. Weitere 350 Menschen sind noch verletzt, davon mehrere Dutzend schwer.
- Sieben Attentäter sind tot, sechs davon sollen sich selbst in die Luft gesprengt haben. Mindestens einer davon überlebte die Explosion zunächst und sei auf dem Weg ins Krankenhaus gestorben.

- Einer der Attentäter wurde identifiziert. Dabei soll es sich um den 29-jährigen Franzosen Omar Ismail Mostefai handeln. Mehrere Angehörige des Franzosen sollen bereits vernommen worden sein, darunter sein Vater und Bruder. Mostefai soll als potenzieller Islamist registriert worden sein. Er sei wegen kleinerer Delikte acht Mal verurteilt worden und habe auch im Gefängnis gesessen, berichtete die Zeitung "Le Monde". M. sei einer der Angreifer in der Konzerthalle gewesen. Was man sonst noch bisher über den Mann weiß, können Sie hier nachlesen.

Paris nach den Terrorangriffen
Auch in Indien wird getrauert. Muslime in Bhopal zünden Kerzen für die Opfer der Terroranschläge in Paris an.Weitere Bilder anzeigen
1 von 45Foto: dpa
15.11.2015 12:10Auch in Indien wird getrauert. Muslime in Bhopal zünden Kerzen für die Opfer der Terroranschläge in Paris an.

- Bei einem der getöteten Attentäter wurde ein syrischer Pass gefunden. Die griechische Regierung teilte mit, der Pass gehöre einem Mann, der Anfang Oktober über die griechische Insel Leros in die EU gekommen sei. Später reiste er nach Serbien, wie das dortige Innenministerium bestätigte. Bei seiner Registrierung wurden ihm auch Fingerabdrücke abgenommen. Diese müssen noch mit denen des toten Attentäters abgeglichen werden, um auszuschließen, dass der Pass nicht etwa gestohlen wurde. Neben dem syrischen Pass war auch ein ägyptischer Ausweis bei einem Angreifer entdeckt worden.

- Ein deutscher Staatsbürger ist unter den Todesopfern. Generalbundesanwalt Peter Frank übernahm die Ermittlungen.

- Beim Testspiel zwischen Frankreich und Deutschland im Stade de France am Freitagabend wurde offenbar ein größerer Anschlag verhindert. Einer der Attentäter hatte ein Ticket, allerdings wurde bei der Kontrolle am Eingang zum Stadion der Sprengstoffgürtel entdeckt. Der Mann sei darauf hin geflohen und habe sich dann in die Luft gesprengt. (dpa/Reuters)

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